Jedes achte Mineralwasser kritisch für Säuglinge
18.05.2009
Rund dreizehn Prozent der Mineralwassermarken, für die foodwatch Daten vorliegen, enthalten für Säuglinge und Kleinkinder kritische Mengen Uran. Darunter bekannte Marken wie San Pellegrino und Perrier von Nestlé oder Überkinger. foodwatch hat für mehr als 400 Marken Daten zur Uranbelastung zusammengetragen.
25 Flaschen Mineralwasser hat foodwatch selbst ins Labor gegeben und auf Uran testen lassen – Discounter-Marken von Aldi und Rewe, namhafte Wassermarken wie Evian und Apollinaris, Mineralwässer aus stark uranbelasteten Gebieten sowie einige Heilwässer. Insgesamt elf Mal hat das Labor mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter gemessen. Das ist die Grenze, die der deutsche Gesetzgeber für Wässer toleriert, die mit dem Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" beworben werden. Drei der Wässer enthalten mehr als zehn Mikrogramm Uran und sind damit auch für Erwachsene nicht zum täglichen Gebrauch zu empfehlen, darunter zwei Heilwässer. Bei dauerhaften Konsum drohen vor allem Kleinkindern Schädigungen der Niere.
foodwatch-Test: Uran in Mineralwasser
Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten (25 Bilder)
Im April 2009 noch hoch belastet, jetzt im unkritischen Bereich: Abfüller Griesbacher senkte die Uranbelastung seines "First Class" Mineralwassers nach der foodwatch-Veröffentlichung von 15,6 auf weniger als 0,5 Mikrogramm pro Liter (August 2009).
Auch bei seinem Heilwasser konnte Griesbacher die Uranbelastung senken: immerhin von 20,4 (April 2009) auf 14 Mikrogramm pro Liter. Das wäre für den regelmäßigen Konsum immer noch bedenklich hoch, der Abfüller kündigte jedeoch eine weitere Verbesserung an.
Mehr als 800 Daten zur Uranbelastung von MineralwasserBei den zuständigen Behörden der Bundesländer hat foodwatch zudem Daten zur Uranbelastung angefragt. Nicht alle Behörden haben geantwortet, obwohl foodwatch sie bereits im August 2008 zum ersten Mal angeschrieben hat. Auch die Qualität der Auskünfte schwankt sehr: Einige Daten sind recht alt, bei anderen sind die Angaben nicht eindeutig. Inklusive der direkten Auskünfte einiger Mineralwasserabfüller liegen foodwatch mehr als 800 Daten zur Uranbelastung von Mineralwässern vor. 104 Messdaten für etwa 55 Mineralwasser-Marken liegen über zwei Mikrogramm pro Liter, dem für Babys und Kleinkinder kritischen Wert, siehe Tabelle (PDF).
Aktualisierung (18.09.2009): Griesbacher senkt UranwerteNach der öffentlichen Kritik von foodwatch an den hohen Uranwerten seiner Wässer hat Abfüller Griesbacher den Urangehalt gesenkt. Als foodwatch die Wässer im April 2009 auf Uran testen ließ, war das Griesbacher First Class Mineralwasser mit 15,6 Mikrogramm Uran pro Liter eine der höchstbelasteten Marken. Nun hat Griesbacher gegenüber foodwatch mit Laborbelegen von August 2009 nachgewiesen, dass der Urangehalt des First Class Mineralwassers mithilfe einer neuen Enteisenungsanlage auf weniger als 0,5 Mikrogramm gesenkt wurde. Auch beim Bad Griesbacher Heilwasser wurde die Uranbelastung von 20,4 immerhin auf 15,6 Mikrogramm pro Liter gesenkt. Diesen Wert wolle man "weiter optimieren", verspricht Griesbacher in seinem Schreiben an foodwatch. Immer noch kein Grenzwert vorgeschriebenAndere Anbieter uranbelasteter Wässer – unter anderem große Konzerne wie Nestlé mit den Marken Perrier und S. Pellegrino – sind hier gefordert, ebenfalls aktiv zu werden und den Urangehalt senken. Doch solange es keinen gesetzlichen Grenzwert gibt, werden das nicht alle tun: Hier sind die Politiker gefordert, endlich einen Grenzwert vorzuschreiben – unterzeichnen Sie deshalb online unseren Appell!
E-Mail-Aktion: Fordern Sie einen Grenzwert für Uran im Wasser!
Fordern Sie über die Protest-Aktion von foodwatch Uran-Grenzwerte für Trinkwasser und Mineralwasser! Jetzt mitmachen»
 |
Weitere Informationen zum Thema |
- Warnhinweise auf Perrier und San Pellegrino!
Nestlé, Weltmarktführer bei Mineralwasser, liegt auch in Sachen Uran weit vorn: Seine Marken Perrier und San Pellegrino enthalten mehr von dem giftigen Schwermetall, als für Babies und Kleinkinder gut ist. foodwatch hat Nestlé in einem Offenen Brief aufgefordert, Verantwortung zu zeigen und auf den Etiketten vor dem Urangehalt zu warnen.
|