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Acrylamid in Weihnachtsgebäck – Tests 2002-2008![]() 01.12.2008 Test 2008: Mehrzahl der Lebkuchen unter 50 MikrogrammAcrylamid entsteht beim Braten und Backen. Die krebsverdächtige Substanz lässt sich nicht völlig vermeiden, der Acrylamidgehalt kann aber durch Änderungen im Produktionsprozess stark gesenkt werden. Die Testergebnisse 2008 zeigen, dass einige Hersteller ihre Produktion inzwischen erfolgreich angepasst haben. Die Mehrzahl der getesteten Lebkuchen enthält weniger als 50 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Der offizielle "Signalwert" hingegen, ab dem die Behörden aktiv werden sollen, liegt für Lebkuchen seit Jahren unverändert bei 1.000 Mikrogramm – so kann kein Druck auf die Hersteller entstehen.
2007: Acrylamidbelastung bei Spekulatius steigtInsgesamt hat foodwatch beim Test 2007 elf Lebkuchen und sieben Spekulatius in einem unabhängigen Labor auf Acrylamid untersuchen lassen. Bei den Spekulatius ist der Acrylamidgehalt insgesamt gestiegen: Vier der sieben getesteten Produkte sind wesentlich stärker belastet als im Test 2006. Bei den Lebkuchen gibt es große Unterschiede: Der Testverlierer "Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen Neue Rezeptur" enthält 20 Mal so viel Acrylamid wie der Testsieger "Weissella Feine weiche Oblaten-Lebkuchen". Die Testergebnisse von foodwatch zeigen aber auch, dass viele Hersteller ihre Produktion inzwischen erfolgreich angepasst haben. Erstmals enthalten fast zwei Drittel der getesteten Lebkuchen weniger als 50 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Mehr Acrylamid müssen Lebkuchen demnach nicht enthalten. foodwatch fordert die Bundesregierung deshalb auf, diesen Wert als Richtwert für alle Hersteller festzulegen. 2006: Einzelne Produkte stark belastetVier der elf getesteten Lebkuchen sind im Test 2006 stärker belastet als im Vorjahr. Hersteller wie die Branchenführer Bahlsen und Lambertz nehmen vorsorgenden Gesundheitsschutz anscheinend nicht so wichtig, ihre Produkte enthalten unnötig viel Acrylamid. Besonders auffällig ist im Test 2006 der große Abstand zwischen Testsieger und Testverlierer: "Frenzel Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen" enthalten mit 686 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm mehr als 60 Mal so viel Acrylamid wie der Testsieger, ein Produkt des Discounters Lidl.
Auch bei Spekulatius gibt es große Unterschiede. Bis auf eine Ausnahme ist die Acrylamidbelastung aber bei allen getesteten Spekulatius-Sorten im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Insgesamt könnte die Acrylamidbelastung jedoch noch viel geringer sein. Dass man die Acrylamidbelastung gewaltig senken kann, zeigen die Ergebnisse der Testsieger: Einige Produkte liegen bereits weit unter 50 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. 2005: Gesundheitsgefährdung geht weiterIm Jahr 2005 sind die Testergebnisse bei Spekulatius insgesamt positiver als 2004. Acht der neun getesteten Produkte sind geringer mit Acrylamid belastet als im vergangenen Jahr. Das am höchsten belastete Produkt - Gewürz-Spekulatius "Fin Carré" von Lidl - enthält 380 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Weniger eindeutig ist die Sache bei Lebkuchen. Die Acrylamidbelastung ist bei der Hälfte der getesteten Produkte gestiegen, bei der anderen Hälfte zum Teil deutlich gesunken. Der Testverlierer enthält 210 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm, der Testsieger 35. Die Hersteller können die Werte also durchaus reduzieren. Ohne Druck von außen passiert jedoch nichts. foodwatch fordert die Kennzeichnung des Acrylamidgehalts auf der Verpackung. Nur dann können die Verbraucher gezielt Produkte mit wenig Acrylamid kaufen und so Druck auf die Hersteller ausüben. 2004: Minimierungsstrategie der Regierung nicht effektivTestsieger sind auch im Jahr 2004 wieder "Feine Nürnberger Schokoladen-Lebkuchen" von Lidl. Sie enthalten nur 30 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Es ist also möglich, Lebkuchen mit extrem wenig Acrylamid herzustellen. Trotzdem liegt der offizielle Signalwert für Lebkuchen nach wie vor bei 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Dieser Signalwert wird von der Regierung festgelegt. Hersteller, deren Produkte oberhalb des Signalwertes liegen, werden von der Regierung zur Minimierung aufgefordert. Der Signalwert orientiert sich jedoch an der höchsten Belastung statt an der niedrigsten. Das Ergebnis dieser Strategie: Die Hersteller pendeln sich unterhalb des Signalwertes ein, statt zu versuchen, die Belastung so weit wie möglich zu senken. Bei fast allen Spekulatiusprodukten fand foodwatch schlechtere Werte als im Vorjahr. Die Minimierungsstrategie der Bundesregierung schützt nicht die Verbraucher, sondern die Industrie. Vorsorgender Verbraucherschutz sieht anders aus. 2003: Testverlierer 35fach höher belastet als TestsiegerIm Jahr 2003 ist der Abstand zwischen dem am stärksten und dem am wenigsten belasteten Produkt gewachsen: Die höchstbelastete Lebkuchenpackung enthält genau soviel Acrylamid wie 35 Packungen des geringst belasteten Produkts. Testsieger sind "Feine Nürnberger Schokoladen-Lebkuchen" von Lidl. Im Vergleich zum Vorjahrestest haben die Hersteller bei jedem zweiten Produkt die Belastung zum Teil erheblich gesenkt. Das Know-How und die Technik sind also vorhanden. Dennoch haben sich bei einem Drittel der Produkte die Belastungswerte im Jahr 2003 erhöht. 2002: foodwatch testet erstmalig WeihnachtsgebäckIm April 2002 entdecken schwedische Wissenschaftler Acrylamid in Lebensmitteln. Die bis dahin vor allem aus der Kunststofferzeugung bekannte Substanz steht unter Verdacht, Krebs zu erzeugen und das Erbgut zu verändern. Backwaren wie Weihnachtsgebäck können die krebsgefährliche Substanz enthalten. Von Seiten der Behörden erfahren Verbraucher nicht, welches Produkt wie stark belastet ist. Deshalb testet foodwach im Herbst 2002 erstmalig Spekulatius und Lebkuchen auf Acrylamid und veröffentlicht die Ergebnisse. Der Acrylamidgehalt der einzelnen Produkte ist sehr unterschiedlich. Die höchstbelasteten Spekulatius enthalten mit 682 Mikrogramm pro Kilogramm bis zu 56-mal so viel Acrylamid wie die niedrigstbelasteten. Hinweis: Die Testergebnisse 2009 können Sie sich unter www.foodwatch.de/acrylamid herunterladen. In dem pdf-Dokument finden sie auch die genauen Ergebnisse der Tests 2002-2008.
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