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So funktioniert die Ampel

Rot, Gelb, Grün für leicht verständliche Information




Rot, Gelb, Grün für leicht verständliche Information

02.06.2009

Die britische Lebensmittelbehörde FSA hat in umfangreichen wissenschaftlichen Studien und Anhörungen Kritierien für die Festlegung der Ampelfarben entwickelt. Daran orientiert sich auch foodwatch, wenn der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz als gering (grün), mittel (gelb) oder hoch (rot) eingestuft wird. Bezugswert sind 100 Gramm, bei Getränken 100 Milliliter.

 

Die Idee ist bestechend: Auf einen Blick soll der Verbraucher durch eine Grafik auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen über die wichtigsten Nährwerte informiert werden und Produkte miteinander vergleichen können. Genau das leistet die Nährwert-Ampel: Für jedes Produkt wird der Gehalt an den wichtigsten Nährwerten (Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz) in absoluten Grammzahlen angegeben – und zwar einheitlich pro 100 Gramm bzw. 100 Milliliter. Zur Orientierung wird jeder dieser vier Werte mit einer der bekannten Signalfarben Rot, Gelb und Grün hinterlegt, je nach dem, ob es sich um einen hohen, mittleren oder niedrigen Gehalt handelt. Das ist so einfach wie möglich und so komplex wie nötig.

Vorbild Großbritannien

Doch wann schlägt ein Ampelwert von Grün auf Gelb, wann von Gelb auf Grün um? foodwatch orientiert sich hierbei am Modell aus Großbritannien, wo die Nährwert-Ampel bereits eingeführt ist. Die britische Lebensmittelbehörde FSA hat neben eigenen Untersuchungen bei der Festlegung der Ampel-Kriterien auch die Stellungnahmen zahlreicher Verbraucherverbände, Lebensmittelhersteller und Händler einbezogen. Ende 2007 hatte die FSA die Werte für den Farbumschlag überarbeitet, um die Besonderheiten beim Zuckergehalt von Frühstücksflocken zu berücksichtigen.

Lebensmittel (ohne Getränke)

Bei den Angaben zum Zuckergehalt bezieht sich foodwatch – wie auch die FSA – stets auf den Gesamtzuckergehalt, unabhängig davon, in welcher Form der Zucker vorliegt (ob beispielsweise als Malzzucker, Glukosesirup, Mono- oder Disaccharide). Im Gegensatz zur FSA unterscheidet foodwatch dabei auch nicht zwischen Zucker, der im Produkt natürlicherweise vorkommt, und zugesetztem Zucker. Denn dem Körper ist es egal, wie der Zucker in das Produkt hineinkommt – auch fruchteigener Zucker muss verbrannt werden. Dass in England nur der zugesetzte Zucker Einfluss auf die Ampelfarbe hat, ist dem Einfluss der Industrie geschuldet. Da die Kennzeichnung dort freiwillig ist, war die FSA auf die Kooperation der Hersteller angewiesen.

Kennzeichungskriterien für Gehalte an Nährstoffen in Lebensmitteln (ohne Getränke)

pro 100 Gramm gering (grün) mittel (gelb) hoch (rot)
Fett bis 3,0 Gramm über 3,0 bis 20,0 Gramm über 20,0 Gramm
gesättigte Fettsäuren bis 1,5 Gramm über 1,5 bis 5,0 Gramm über 5,0 Gramm
Zucker bis 5,0 Gramm über 5,0 bis 12,5 Gramm über 12,5 Gramm
Salz bis 0,3 Gramm über 0,3 bis 1,5 Gramm über 1,5 Gramm
Getränke

Bei Getränken schlägt die Farbe bei Fett, gesättigte Fettsäuren und Zucker schon bei niedrigeren Werten um, da diese in vergleichsweise größeren Mengen konsumiert werden.

Kennzeichungskriterien für Gehalte an Nährstoffen in Getränken

pro 100 Milliliter gering (grün) mittel (gelb) hoch (rot)
Fett bis 1,5 Gramm über 1,5 bis 10,0 Gramm über 10,0 Gramm
gesättigte Fettsäuren bis 0,75 Gramm über 0,75 bis 2,5 Gramm über 2,5 Gramm
Zucker bis 2,5 Gramm über 2,5 bis 6,3 Gramm über 6,3 Gramm
Salz bis 0,3 Gramm über 0,3 bis 1,5 Gramm über 1,5 Gramm