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Studien

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Wissenschaft spricht für Ampelfarben




Wissenschaft spricht für Ampelfarben

08.09.2009

Die Kombination von Ampelfarben und Text ist entscheidend für die Verständlichkeit von Nährwertinformationen. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt die bislang umfassendste vergleichende Studie über die Verständlichkeit verschiedener Kennzeichnungssysteme.

 

Beauftragt wurde die Studie von der staatlichen britischen Lebensmittelbehörde FSA (Food Standards Agency). Ihr zufolge sind zwei Arten der Nährwertkennzeichnung signifikant verständlicher als andere Systeme: Eine Kombination aus Text (hoch/mittel/niedrig) und Ampelfarben (rot/gelb/grün) oder eine Kombination von Text, Ampelfarben und zusätzlichen GDA-Prozentwerten. Das reine Industrie-Modell mit Prozentwerten nach dem GDA-System fällt bei dem Vergleich durch.

Gesetzgebungsverfahren ignoriert Studienergebnisse

foodwatch verlangt, die wissenschaftlichen Erkenntnisse beim laufenden Gesetzgebungsverfahren auf EU-Ebene zu berücksichtigen. Derzeit wird in der EU mit Billigung der Bundesregierung ein Verordnungsentwurf beraten, der auf ein Verbot der Ampelkennzeichnung herauslaufen würde. Das erwiesenermaßen beste System zur Kennzeichnung von Nährwerten soll also nicht nur nicht eingeführt werden – den EU-Mitgliedsstaaten soll auch noch untersagt werden, es auf nationaler Ebene umzusetzen.

"EUFIC" und "FLABEL": Fragwürdige Studien der Industrielobby

Umso unverantwortlicher, dass sich die Lebensmittelindustrie weiterhin gegen die Ampelkennzeichnung wehrt. Dabei beruft sie sich übrigens auf die Wissenschaft – es lohnt sich allerdings, die Hintergründe der von Wirtschaftslobbyisten zitierten, zum Teil noch nicht einmal veröffentlichten Studien EUFIC und FLABEL zu beleuchten. EUFIC schreibt über sich selbst: "Das EUFIC wird von der Europäischen Kommission und der europäischen Lebensmittel- und Getränkeindustrie mitfinanziert. Es wird von einem Vorstandsgremium geleitet, dessen Mitglieder von den Mitgliedsunternehmen ernannt werden. Derzeit gehören folgende Unternehmen dem EUFIC an: Barilla, Cargill, Cereal Partners, Coca-Cola HBC, Coca-Cola, DSM Nutritional Products Europe Ltd., Ferrero, Groupe Danone, McCormick Foods, Mars, McDonald's, Nestlé, Novozymes, PepsiCo, Pfizer Animal Health, Procter & Gamble, Südzucker, Unilever, und Yakult." Das Who ist Who der internationalen Nahrungsmittelkonzerne.

FLABEL wird ebenfalls von EUFIC getragen, hier hat man sich jedoch zusätzliche Partner mit ins Boot geholt – zum Beispiel die britische Handelskette Tesco. Die ist in Großbritannien seit Jahren als erbitterter Gegner der Ampelkennzeichnung aufgefallen.

FSA-Studie "eine hervorragende Arbeit"

Doch wie steht es um die Aussagekraft der FSA-Studie? Unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Ingrid-Ute Leonhäuser vom Institut für Ernährungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen hat Diplom-Ökotrophologin Julia Lohscheidt die Qualität der Untersuchung für foodwatch bewertet. Fazit: Die FSA-Studie sei bezüglich ihrer Methodik und Validität „als eine hervorragende Leistung einzustufen“. 

Fazit: Die Ampel-Gegner finanzieren sich ihre Anti-Ampel-Studien selbst und ignorieren unabhängige wissenschaftliche Erkenntnis. foodwatch meint: Darauf darf die Politik nicht hören.

 

Mitmach-Aktion: Fordern Sie die Ampel-Kennzeichnung!

Fordern Sie Frau Aigner auf, den Willen der Bürger ernst zu nehmen und sich für die Ampel einzusetzen! Nehmen Sie jetzt an der Mitmach-Aktion von foodwatch teil und empfehlen Sie die Aktion weiter!