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Historie

BSE: Historischer Überblick


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BSE: Historischer Überblick

01.05.2004

Bei Schafen ist seit dem 18. Jahrhundert die BSE ähnelnde Krankheit Scrapie bekannt (deutsch: Traberkrankheit). Durch Verfütterung von ungenügend erhitztem Tiermehl erkrankter Schafe an Rinder konnte der Erreger wahrscheinlich die Artengrenze überwinden.

 
1978: Änderung der Tierfutter-Kennzeichnung

1978 wird auf Druck der Tierfutterhersteller die bis dahin verpflichtende präzise Kennzeichnung beziehungsweise Inhaltsangabe von Tierfutter durch die Europäische Union (EU) erheblich aufgeweicht. Es müssen nur noch ganz allgemein Kategorien für die Inhalte angegeben werden, sodass die Bauern nicht mehr wissen, was genau sich im Tierfutter befindet. Auch sehr gemäßigte Fachleute sprechen davon, dass diese Maßnahme schlichter Etikettenschwindel ist.

1984/1985: Der erste BSE-Fall in Großbritannien

In West Sussex in England wird Ende des Jahres 1984 zum ersten Mal eine neuartige Erkrankung an einer Kuh beobachtet. Das Tier verstirbt am 11. Februar 1985. Im späteren Verlauf werden weitere Tiere mit diesen Symptomen registriert. Die betroffenen Tiere zeigen sich ungewöhnlich aggressiv und leiden unter schweren Störungen ihrer Körperkoordinationen. Sie können ihre Gliedmaßen nicht mehr kontrollieren, stürzen ständig und versterben nach kurzer Zeit. Als zahlreiche weitere Tiere an der gleichen neuen Krankheit versterben, werden die Kadaver im Central Laboratory in Weybridge nahe London untersucht. Im Gehirn der Tiere zeigt sich eine massenhafte Zerstörung von Nervenzellen. Diese "Löcher" im Hirngewebe erinnern unter dem Mikroskop an einen Schwamm. Deshalb wird der Rinderkrankheit der Name Bovine Spongiforme Encephalopathie (BSE) - deutsch: schwammartige Hirnkrankheit des Rindes - gegeben. In den Medien wird die neue Krankheit verkürzt als Rinderwahn bezeichnet.

1987: Entdeckung des Erregers

Auf der Suche nach dem Erreger wird eine besondere Form von Eiweißen entdeckt, die so genannten Prionen. Es handelt sich dabei im Prinzip um körpereigene Eiweiße, die jedoch erhebliche strukturelle Veränderungen aufweisen. Es stellt sich heraus, dass Prionen auch bei anderen seltenen Krankheiten eine Rolle spielen. So beim Menschen bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Kuru, dem Gerstmann-Sträussler-Syndrom und der Fatal Familial Insomnia. Diese Erkrankungen werden auch unter dem Begriff Prionenkrankheiten zusammengefasst. Die Hinweise verdichten sich, dass Tiermehl die Prionen übertragen könnte.

1988: Verbot der Tiermehl-Verfütterung in Großbritannien

Die britische Regierung verbietet die Fütterung von Tiermehl an Wiederkäuer, der Export bleibt aber erlaubt.


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