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Report 2004

Der foodwatch Tiermehl-Report




Der foodwatch Tiermehl-Report

07.10.2004

1985 wurde das erste BSE-Rind in Großbritannien entdeckt. Als Quelle waren bald unzureichend sterilisierte Tiermehle ausgemacht, die man den Kühen verfüttert hatte. 15 Jahre vergingen, bis die Europäische Union (EU) zum 1. Januar 2001 ein Verfütterungsverbot von Tiermehlen für alle landwirtschaftlichen Nutztiere erließ.

 

In deutschen Tierkörperbeseitigungsanstalten werden jedes Jahr über eine Million Tonnen an Tiermehlen, Fleischknochenmehlen, Tierfetten, Blutmehlen hergestellt. Hinzu kommen Produkte wie Federnmehl aus der Geflügelhaltung oder Griebenmehl aus so genannten Fettschmelzen. Die umfangreiche intensive Nutztierhaltung in Industrieländern wie Deutschland bedeutet neben großen Mengen an billigen Fleisch- und Wurstwaren eben auch: ein Drittel jedes Schlachttieres landet im Abfall, insgesamt zweieinhalb Millionen Tonnen jährlich.

Allein bei Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung fallen in Deutschland jedes Jahr mehr als zwei Millionen Tonnen Schlachtnebenprodukte an. Hinzu kommen rund 400.000 Tonnen an Tierkörpern. Das sind krank geschlachtete oder verendete Tiere aus der Landwirtschaft, aber auch aus der Heimtierhaltung, Zoos und Zirkussen.

Tiermehl wird als Dünger verwendet

Inzwischen gelten europaweit drei gesetzlich festgelegte (Risiko-)Kategorien von Tiermehlen. Kategorie 1 steht für besonders riskantes Material, die Kategorien 2 und 3 für weniger gefährliche Produkte. Zwar darf keine der drei Kategorien an Lebensmittel liefernde Tiere verfüttert werden. Doch darf Material der Kategorie 3 als Dünger ausgebracht werden. Und die ebenfalls aus tierischen Abfällen gewonnenen Tierfette dürfen in vielen EU-Ländern weiterhin legal verfüttert werden.

BSE-Krise ist noch nicht zu Ende

Anfang des Jahres 2004 waren in Deutschland Schlampereien bei den für Schlachtrinder vorgeschriebenen BSE-Tests bekannt geworden. Die USA hatten Ende 2003 das erste offizielle BSE-Rind gemeldet und nach wie vor tritt BSE in vielen Ländern innerhalb und außerhalb Europas auf. 2005 wurden bis August 25 Rinder positiv auf BSE getestet, zwei davon geboren nach dem Verbot der Tiermehl-Verfütterung 2001. Die BSE-Krise ist noch nicht zu Ende. foodwatch will wissen: Wie sicher ist das Verfütterungsverbot wirklich? Wie wird es durchgesetzt? Und wie wichtig nimmt die Politik den vorsorgenden Gesundheitsschutz in Zeiten von BSE?

Im Tiermehl-Report fasste foodwatch im Oktober 2004 den Stand der Recherchen zusammen. Der Report zeigt, was im Jahr vier nach dem ersten originär deutschen BSE-Fall und nach dem Rücktritt von zwei Bundesministern geschieht. Und wie nach der Ankündigung einer agrarpolitischen Wende und der erstmaligen Schaffung eines deutschen "Verbraucher"-Ministeriums mit Tiermehlen umgegangen wird.

 

Weitere Informationen zum Thema

  • Die Ergebnisse der foodwatch-Recherchen
    Mit dem BSE-Auslöser Tiermehl wird fahrlässig umgegangen. Im Handel sind Tiermehle frei als Düngemittel erhältlich. Niemand kontrolliert, ob sie wirklich auf dem Acker und nicht im Futtertrog landen. mehr »