Dorschleber aus der Dose stark dioxinbelastet
27.08.2007
Dorschleber, die Leber des Ostsee-Kabeljaus, war im foodwatch-Test vom Mai 2007 stark mit Dioxinen belastet. Von dem Verzehr ist dringend abzuraten. Die zuständigen Behörden streiten darüber, ob ein Grenzwert gilt, statt die belasteten Produkte zurückzurufen.
Ende April und Anfang Mai 2007 berichtete das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) von dioxinbelasteten Dorschleber-Produkten. Dies erfolgte in den sogenannten Schnellwarnmeldungen an zuständige Länderbehörden und EU-Mitgliedsstaaten. Da die Namen der Hersteller nicht genannt wurden, gab foodwatch eigene Tests in Auftrag. Bei allen vier zufällig ausgewählten, im Handel gängigen Produkten wurde der Grenzwert für Dioxine und dl-PCB überschritten. Das höchstbelastete Produkt enthielt fast das Zehnfache der zugelassenen Höchstmenge. Zwischenzeitlich wurden die Testergebnisse von foodwatch durch amtliche Lebensmittelkontrollen bestätigt.
Behörden uneinig über VorgehenDie Handelsketten Edeka, Rewe, Kaiser’s Tengelmann, Aldi Nord und das Berliner Kaufhaus KaDeWe haben die belasteten Produkte nach den Veröffentlichungen von foodwatch im Juni 2007 aus den Regalen genommen. Sowohl der Marktführer, die Firma Rügen Fisch, als auch die Firma Stührk haben die Produktion gestoppt. Das ist ein Erfolg. Während die Hersteller und der Handel aktiv wurden, herrscht bei den zuständigen Behörden der Bundesländer Unklarheit über die Rechtslage. Es gebe keinen eindeutigen Grenzwert. foodwatch fordert, auf europäischer Ebene einen eindeutigen Grenzwert für Dioxine und dl-PCB in Fischleber festzulegen.
Fische nehmen Dioxine aus verschmutztem Wasser aufDioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) sind giftig. Sie stehen im Verdacht, Krebs auszulösen, das Immunsystem zu schädigen und reproduktionsschädigend zu wirken. Viele Gewässer sind durch industrielle Prozesse stark mit den giftigen Substanzen belastet. Fische nehmen Dioxine aus dem Wasser und ihrer Nahrung auf und reichern die Giftstoffe nach und nach im Fettgewebe an. Die fettreiche Leber vom Dorsch, dem in der Ostsee heimischen Kabeljau, enthält besonders viel Dioxin. Dorschleber wird in Dosen verkauft, gilt als schmackhaft und wegen ihres Gehaltes an Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren als gesund.
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- EU erlaubt noch mehr Dioxine in Fisch
Die EU-Kommission erhöht den Dioxin-Grenzwert für Fischleber von 8 auf 25 Pikogramm pro Gramm. Das hat der zuständige Ausschuss am 18.04.2008 beschlossen. Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, dürfen Verbraucher nur alle neun Wochen eine Portion Fischleber verspeisen.
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