Giftige Dioxine und PCB in Lebensmitteln
30.05.2007
Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milch sind für 80 Prozent der menschlichen Gesamtaufnahme an Dioxinen verantwortlich. Dioxine und die dioxinähnlichen polychlorierten Biphenyle (PCB) sind giftig und zum Teil krebserregend. Sie können vom Körper nur sehr langsam abgebaut werden.
Dioxine und PCB sind in der Umwelt weit verbreitet. Während Dioxine als unerwünschtes Nebenprodukt bei der Verbrennung chlorhaltiger Stoffgemische entstehen, wurden PCB seit 1929 industriell hergestellt und beispielsweise in Lacken und Farben verwendet. Von den 210 bekannten Dioxinen gelten siebzehn als besonders gefährlich, darunter das seit Europas größter Chemiekatastrophe im Jahr 1976 so genannte "Sevesogift". Ähnliches gilt für zwölf der 209 verschiedenen PCB, für die so genannten dioxinähnlichen PCB (dioxinlike PCB = dl-PCB). Die Schadstoffe stehen unter Verdacht, krebsauslösend und erbgutverändernd zu wirken.
Über Futtermittel, Böden und Wasser ins Essen
Die Substanzen gelangen vor allem über die Nahrung in den Körper. Tierische Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Milch und Eier sind in der Regel für etwa 80 Prozent der menschlichen Gesamtaufnahme an Dioxinen verantwortlich. Vor allem belastete Futtermittel bringen das Gift in die Nahrungskette, aber auch kontaminierte Böden und Gewässer. In einer Verordnung der Europäischen Union (EU) heißt es deshalb: "Daher sind Futtermittel - und in einigen Fällen der Boden - als potenzielle Dioxinquellen Besorgnis erregend."
Durchschnittliche Dioxin-Belastung zu hoch
Dioxine und PCB sind sehr stabile chemische Verbindungen. Einmal in die Umwelt entlassen oder vom Körper aufgenommen, werden sie nicht oder nur sehr langsam abgebaut. Nach und nach reichern sie sich im Fettgewebe von Mensch und Tier an. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Belastung und damit unter anderem das Krebsrisiko. Die EU will ihren Bürgern täglich nicht mehr als ein Billionstel Gramm (ein Pikogramm) Dioxin je Kilogramm Körpergewicht zumuten. Trotz Erfolgen bei der Verringerung von Emissionen der Schadstoffe liegt die durchschnittliche Belastung in Europa aber immer noch darüber. Wären die Dioxin-Grenzwerte bei Lebensmitteln so streng, dass die Dioxinlast der Bevölkerung deutlich sinken könnte, hätte laut EU-Verordnung "ein großer Teil des Futter- und Lebensmittelangebots als ungeeignet für die Verfütterung an Tiere beziehungsweise für den menschlichen Verzehr zu gelten".
 |
Weitere Informationen zum Thema |
- Dioxine und PCB in Futtermitteln
Giftige polychlorierte Biphenyle (PCB) in Futtermitteln sind nicht verboten. Weil es keinen Grenzwert gibt, dürfen sie ausdrücklich untergemischt werden.
- Dioxin in Bio-Eiern: Ein vermeidbarer Skandal
Der aktuelle Dioxinskandal weitet sich aus: Nicht nur Bio-Eier enthielten zu viel Dioxin, auch in Mastbetrieben soll der dioxinbelastete Mais aus der Ukraine verfüttert worden sein – das Fleisch dürfte längst verzehrt sein. foodwatch fordert seit Jahren, verpflichtende Dioxintests für Futtermittel vorzuschreiben. Vorfälle wie dieser könnten dadurch vermieden werden.
- Behörden lassen giftige Schafleber im Handel
Ein Gutachten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt: Von 140 Schafleber-Proben aus sechs Bundesländern überschreiten 94 Prozent die Höchstwerte für Dioxin. Das BfR warnt ausdrücklich vor dem Verzehr – dennoch lassen die Behörden die giftige Ware im Handel.
- Fragen und Antworten zu Dioxinen und PCB
Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (PCB) sind in zahlreichen Lebensmitteln enthalten. Die wichtigsten Fakten zu den giftigen und zum Teil krebserregenden Substanzen.
|