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Ernährungspolitik

Dicke Werbelügen und ein magerer Aktionsplan




Dicke Werbelügen und ein magerer Aktionsplan

09.05.2007

Verbrauchertäuschung und Qualitätslügen beim Essen kann sich die Gesellschaft nicht mehr lange leisten. Um Abhilfe zu schaffen braucht es jedoch mehr als einen mageren Aktionsplan.

 

Die Deutschen sollen die dicksten Europäer sein, Zivilisationskrankheiten wie Diabetes sind auf dem Vormarsch. Dieser Entwicklung muss auch auf der Ebene der Lebensmittelgesetze begegnet werden. Der Staat muss die Bedingungen dafür schaffen, dass sich qualitativ hochwertige Lebensmittel am Markt durchsetzen können. Sanktionen und Haftungsregeln können dafür sorgen, dass tricksende und täuschende Wettbewerber vom Markt verdrängt werden.

Irreführung und Täuschung verbieten

Gegenwärtig darf ungestraft mit Qualitätsversprechen wie "gesund", "natürlich" oder "aus artgerechter Tierhaltung" geworben werden, ohne dass diese Begriffe klar definiert und geschützt sind. Damit Verbraucher wissen, was sie kaufen, muss aber festgeschrieben werden, wofür diese Begriffe stehen. Zudem müssen Informationen so vermittelt werden, dass Verbraucher sie verstehen und auf einen Blick erfassen können. Doch um zum Beispiel Warnhinweise für besonders zucker- und fetthaltige Nahrungsmittel durchzusetzen, müssen sich die Politiker mit der Industrie anlegen.

Dem Konflikt mit Herstellern und Handel gehen Politiker gerne aus dem Weg. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer verkündet stattdessen einen Aktionsplan, der niemandem weh tut. Seine Vorgängerin Renate Künast rief die "Plattform für Ernährung und Bewegung" ins Leben. Hier sitzen Vertreter der Regierung mit Vertretern der Nahrungsmittelindustrie zusammen. Entscheidungen werden nur einstimmig getroffen. Der Staat einigt sich mit der Industrie über die Ernährungspolitik. Die Bürger werden abgespeist.

 

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