Softdrinks und Übergewicht
08.09.2005
Machen Cola und Limo unsere Kinder dick? Softdrinks sind wahre süße Bomben. Eine Dose kann bis zu 10 Teelöffel Zucker enthalten. Es handelt sich dabei also eher um eine Süßigkeit als um ein Getränk.
Ein durchschnittlicher US-amerikanischer Teenager konsumiert täglich
zwei Dosen Softdrinks. Das entspricht 20 Teelöffeln Zucker oder 300
Kilokalorien und 20 Prozent des täglichen Energiebedarfs. Nach Ansicht
vieler Ernährungsexperten sollten zugesetzte Zucker aber höchstens zehn Prozent
der täglichen Energiezufuhr ausmachen.
Mit jedem
regelmäßig zusätzlich verzehrten Softdrink steigt das Gewicht von Jugendlichen.
Nach dem Genuss fester Speisen sinkt der Appetit normalerweise entsprechend der
verzehrten Kalorien. Nach flüssigen Süßigkeiten schafft es der Körper dagegen
nicht, seinen Appetit entsprechend der Kalorienmenge anzupassen.
Auch Fruchtzucker ist Zucker
Dazu
kommt, dass die Süßgetränke-Industrie zunehmend mit fruchtzuckerreichem Sirup
süßt. Daten aus den USA zeigen, dass bei Teenagern bis zu 17 Prozent der
täglich verzehrten Kalorien allein aus Fructose stammen. Zwar klingt "Fruchtzucker"
gesund, doch in großer Menge verzehrt stört er den Zuckerstoffwechsel, belastet
die Leber und veranlasst diese dazu, vermehrt Fett zu produzieren. Die Folge
können neben Übergewicht mehrere Stoffwechselstörungen sein (metabolisches
Syndrom).
Je mehr
Softdrinks Kinder zu sich nehmen, desto weniger Milch trinken sie. Zwar enthält
Milch auch reichlich Kalorien und ist eher als flüssiges Nahrungsmittel denn
als Getränk einzustufen. Dennoch neigen Milchtrinker weniger zu Übergewicht als
Milchabstinenzler - es sei denn, sie bevorzugen stark gesüßte Milchmischprodukte,
wie sie speziell für Kinder angeboten werden. Solche Produkte können über 16
Prozent Zucker enthalten. Das entspricht schon 5,5 Stück Würfelzucker in einer kleinen
Portion von 100 Millilitern (ml).
Süße Getränke sind keine guten Durstlöscher
Natürlich sind süße Getränke nicht die einzigen
Verursacher von Übergewicht, und gegen eine gelegentliche Limo ist nichts
einzuwenden. Doch das Versprechen der Werbung, dass es sich bei Süßgetränken um
gesunde Durstlöscher handelt, ist falsch. Übrigens: Wer von klein auf gewohnt
ist, Wasser gegen den Durst zu trinken, empfindet es als völlig normal. Und
eine selbst gemischte Schorle aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser
ist meist billiger und gesünder als viele Softdrinks.
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