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Imitate-Betrug und der ganz legale Wahnsinn![]() 22.09.2009 Garnelen aus Fischeiweiß, "Käse" aus Pflanzenfett oder Schokoladenkekse ohne einen Hauch von Schokolade. Matthias Horst, Chef-Lobbyist der Lebensmittelindustrie, war sofort klar, wer an solchen Imitaten und Mogelprodukten mitschuldig ist: die Verbraucher. "Wenn man immer billiger essen will, dann kann man nicht erwarten, dass man immer etwas ganz Besonderes bekommt", argumentierte er. Sein Rat: "Gucken Sie genauer und häufiger hin." Das AblenkungsmanöverDie Kunden verantwortlich zu machen, ist nicht nur zynisch, sondern verfolgt auch einen perfiden Zweck: Von den eigentlichen Verursachern der Misere abzulenken. Mit dem Finger wird auf die Betrogenen gezeigt, statt über die Betrüger zu sprechen. Die Strategie verfängt. Oft lautet die erste Frage angesichts des Imitate-Betrugs: "Was kann der Verbraucher tun, um sich zu schützen?" Und nicht: Was wird gegen die Betrüger getan? Was muss sich am System und am Selbstverständnis einer Branche ändern, damit der Verbraucher in ehrliche Angebote vertrauen kann? Kein individuelles ProblemWer täuscht und betrügt, nutzt den Umstand, dass der Verbraucher die Qualität eines Produktes meist nicht beurteilen kann. Ob Farbe, Geruch oder Geschmack natürlich, aufgepeppt oder imitiert sind, ist augenscheinlich kaum festzustellen. Dieses Manko ist die Basis für einen Lebensmittelmarkt, der mit seiner fehlenden Transparenz in erster Linie der Industrie und nicht den Menschen dient. Das Kernproblem ist kein individuelles, sondern ein strukturelles. Betrug im TrendEs gibt Täuschungen, die sind strafbar: Wenn ein Döner-Verkäufer Gammelfleisch zwischen den Fladen packt oder ein Pizza-Bäcker Käse-Imitat als echten Käse verkauft. Seit Jahren zeigen die Statistiken amtlicher Lebensmittelkontrolleure derartige Fälle in gleichbleibender Größenordnung. Etwa beim Schinken: Immer mehr Gastronomen greifen auf billige Schinken-Imitate zurück. Den bayerischen Behörden ist dies seit mehr als 15 Jahren bekannt, und auch dass sich die Qualität dieser Ersatz-Produkte erheblich verschlechtert hat.
Offizielles Portal gegen EtikettenschwindelAm 20. Juli 2011 ist die Internetplattform „Lebensmittelklarheit.de“ online gegangen. Verbraucher können hier auf Produkte hinweisen, von denen sie sich getäuscht fühlen. Mit der Einführung dieser staatlich finanzierten Plattform erkennt Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erstmals an, dass es das Problem der „legalen Täuschung“ gibt. mehr »
Windbeutel-Gewinner Zott mogelt erneutZuckerbombe Monte von Zott – Gewinner des Goldenen Windbeutels 2010 – hat einen neuen Werbeauftritt verpasst bekommen. Angeblich, um künftig „Produktaussagen transparent und unmissverständlich an den Verbraucher zu kommunizieren“. Also ist nun alles gut? Leider nein. Denn wie sich zeigt, ist Monte ein besonders dreister Wiederholungstäter. mehr »
Imagewerte von Actimel um 55 Prozent eingebrochenEtikettenschwindel lohnt sich nicht – diese Erfahrung muss der Lebensmittelkonzern Danone bei seinem Mogelprodukt Actimel machen. Im Frühjahr 2009 wählten die Verbraucher den Trinkjoghurt zur dreistesten Werbelüge des Jahres. Direkt nach der Wahl sackten die Imagewerte der Marke Actimel ab – und blieben bis heute auf niedrigem Niveau. mehr »
Neue Rezeptur: Der Frucht-Tiger ist gerettet!Mogelpackung ade: Eckes-Granini hat sich dem Druck der Verbraucher gebeugt und die Rezeptur seines Kindergetränks Frucht-Tiger grundlegend umgestellt. Aus der einstigen Werbelüge ist ein natürliches Produkt frei von Zusatzstoffen geworden – ein Erfolg für die foodwatch-Kampagne abgespeist.de. mehr »
EU-Parlament lehnt neuen „Fleisch-Kleber“ abDas EU-Parlament hat die Zulassung des Enzyms Thrombin gestoppt. Bei der Abstimmung am 19. Mai lehnte die Mehrheit der Parlamentarier den entsprechenden Vorschlag der Kommission ab. Mit Hilfe von Thrombin lassen sich kleinere, rohe Fleischstücke zusammenkleben – und anschließend zum Beispiel als Schinken verkaufen. mehr »
Betrug mit Schinken-ImitatNach Käse-Imitat auch Mogel-Schinken: Behörden haben bei Proben von "Kochschinken" Produkte gefunden, die zu weniger als 40 Prozent aus Fleisch bestehen. Von den Betrugsfällen wissen sie seit 15 Jahren – doch die Namen der Betrüger nennen sie nicht. mehr »
"Analog-Käse" als Imitat kennzeichnenSieht aus wie Käse, zieht Fäden wie Käse – ist aber keiner. So genannter Analog-Käse führt Verbraucher in die Irre: Getarnt als geriebener "Pizza-Mix" im Handel oder geschmolzen auf dem Baguette am Imbissstand wirkt die Mischung aus pflanzlichen Fetten, Stärke und Geschmacksverstärkern wie echter Käse aus Milch. mehr »
Legale Täuschung im Supermarkt: Die Mogel-ListeEs ist leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Kunden werden im Supermarkt getäuscht – und das meist ganz legal. Auf abgespeist.de stellt foodwatch regelmäßig Beispiele für die alltägliche Irreführung mit Lebensmitteln vor. Hier die Mogel-Liste mit allen Produkten. mehr »
Die Brötchenlüge von McDonald'sMcDonald's hatte in der Werbung Brötchen ohne chemische Zusatzstoffe versprochen. Das war gelogen: foodwatch wies nach, dass Emulgatoren verwendet werden. Der Konzern musste eine millionenschwere Werbekampagne stoppen und 10.000 Euro Strafe an foodwatch zahlen. mehr »
Was steckt hinter McDonald's Bauernhof-Idylle?Wer kennt sie nicht, die Hochglanz- Anzeigen von McDonald's, auf denen ein idyllisch gelegener Bauernhof prangt? Damit möchte McDonald’s den Verbrauchern weismachen, dass das Fleisch in den Hamburgern aus kleinbäuerlichen Betrieben stammt. Was wirklich dahinter steckt, zeigt ein foodwatch-Video. mehr »
Ökobäckerei muss irreführende Werbung ändernDeutschlands größte Ökobäckerei, die Hofpfisterei in München, wirbt mit ihrem "bewussten Verzicht auf Zusätze". Viele ihrer Produkte enthalten aber Zusatzstoffe. Auf Druck von foodwatch hat die Hofpfisterei sich nun verpflichtet, diese Werbung in Zukunft zu unterlassen. mehr »
Keine "artgerechte Tierhaltung" bei WeihenstephanAuf der Verpackung ihrer "Alpenmilch" versprach die Molkerei Weihenstephan, die Kühe würden artgerecht gehalten. foodwatch wollte es genauer wissen und fragte nach, mehrmals. Doch der Beleg für diese These blieb aus. Seit Anfang 2008 verzichtet Weihenstephan nun auf diese Behauptung. mehr »
Großmetzgerei räumt irreführende Werbung einDie bayerische Fleischereikette vinzenzmurr versprach eine höhere Qualität als gesetzlich vorgeschrieben, weil Schweine und Rinder weder Tiermehl noch präventiv Antibiotika bekämen. Doch das ist laut Gesetz ausdrücklich verboten - ebenso wie die Werbung mit Selbstverständlichkeiten. mehr » Geschwindelt wurde beim Essen schon immer. Aber immer anders. Während auf den Märkten des 19. Jahrhunderts Gemüse mit Kupfer gefärbt oder Milch mit Dreckwasser und Mehl gestreckt wurde, wird heute mit modernen Mitteln für höhere Gewinne gesorgt. Erlaubt ist, was die Technik möglich macht und die Politik zulässt. Damals wie heute. mehr » |
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