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Internetprojekt "Klarheit und Wahrheit"

Offizielles Portal gegen Etikettenschwindel




Offizielles Portal gegen Etikettenschwindel

21.07.2011

Am 20. Juli 2011 ist die Internetplattform „Lebensmittelklarheit.de“ online gegangen. Verbraucher können hier auf Produkte hinweisen, von denen sie sich getäuscht fühlen. Mit der Einführung dieser staatlich finanzierten Plattform erkennt Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erstmals an, dass es das Problem der „legalen Täuschung“ gibt.

 

Viele Verbraucher fühlen sich durch die Aufmachung und Kennzeichung von Lebensmitteln in die Irre geführt – das zeigen die inzwischen mehr als 150.000 Verbraucherbeschwerden, die Verbraucher über die foodwatch-Seite www.abgespeist.de bereits an Firmen geschickt haben. Seit Oktober 2007 entlarvt foodwatch auf abgespeist.de besonders dreiste Fälle von Etikettenschwindel.

Regierung erkennt Problem der „legalen Täuschung“ an

Mit der Seite „Lebensmittelklarheit.de" gibt es jetzt ein offizielles Portal zum Thema Etikettenschwindel. Das Online-Portal ist ein Projekt der Verbraucherzentralen, die Durchführung liegt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und der Verbraucherzentrale Hessen. Finanziell unterstützt wird es durch das Aigner-Ministerium. Im Herbst 2010 hatte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner ein das Portal angekündigt und damit erstmalig anerkannt, dass es das Problem der „legalen Täuschung“ gibt.

foodwatch fordert gesetzgeberische Konsequenzen

Verbraucher können auf der Seite Produkte einreichen, von denen sie sich besonders getäuscht und in die Irre geführt fühlen. Eine Redaktion überprüft und bewertet die Produktvorschläge. Auch die Hersteller bekommen die Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Das Portal soll jedoch nicht nur aufklären und informieren: „Durch die Darstellung von konkreten Problemen, die Verbraucher mit der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln haben, soll außerdem ermittelt werden, ob und wo Handlungs- und Verbesserungsbedarf im derzeit geltenden Rechtsrahmen oder bei den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs besteht“, heißt es auf der Seite.

Diese Ankündigung muss nun auch in die Praxis umgesetzt werden, fordert foodwatch. Denn nötig ist nicht Klarheit und Wahrheit für einige wenige Produkte im Internet, sondern für alle Produkte im Supermarkt. Und das lässt sich nur erreichen, wenn Gesetze entsprechend geändert werden.

 

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