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Frischfleischmarkt

Unter dem Sauerstoffzelt




Unter dem Sauerstoffzelt

02.08.2010

Um die Jahrtausendwende tauchten die luftdichten, mit Gasgemsichen gefüllten Verpackungen für Frischfleisch im deutschen Handel auf. Seitdem wird immer mehr Fleisch in Selbstbedientheken "unter Schutzatmosphäre" verkauft. Viele Tage lang bleibt es damit scheinbar frisch - eine Revolution im Fleischhandel.

 

Verpackungen mit "Schutzatmosphäre“ haben den Verkauf von Frischfleisch massiv verändert. Inzwischen wird rund die Hälfte des an die Verbraucher verkauften Frischfleischs in Deutschland über Selbstbedienungstheken abgesetzt – dank der kosmetischen Vorteile, die die Gas-Atmosphäre in den neuen Packungen bietet.

Gasverpackungen befördern Absatz an Selbstbedienungstheken

2003/2004 begannen die führenden Discounter Aldi und Lidl damit, Frischfleisch zu verkaufen, nachdem bereits zwei Jahre vorher Penny und Plus entsprechende Angebote im Sortiment hatten. Inzwischen setzen fast alle großen Handelsketten auf die Verpackungen mit Schutzatmosphäre, wie ein Labortest im Auftrag von foodwatch zeigte.

Von den 950.000 Tonnen Frischfleisch, die die Verbraucher im Jahr 2009 in Deutschlands Supermärkten, Fleischereifachgeschäften und Wochenmärkten kauften, macht der Absatz über Selbstbedienungs-Kühltheken mit rund 470.000 Tonnen (49,5 Prozent) bereits den größten Anteil aus. Etwa 440.000 Tonnen (46,5 Prozent) Frischfleisch wurden über Bedientheken angeboten, weitere vier Prozent (38.000 Tonnen) tiefgekühlt im Einzelhandel.

Real verzichtet auf Schutzatmosphäre-Packungen

Wie viel der jährlich rund 470.000 Tonnen Fleisch im Selbstbedienungs-Kühlregal unter Schutzatmosphäre verpackt wird, lässt sich nicht genau bestimmen. Von den großen Lebensmittelketten bieten nach foodwatch-Recherchen lediglich die zum Metro-Konzern gehörenden Real-Märkte Frischfleisch nicht "unter Schutzatmosphäre" an, sondern in Packungen, die mit Stretchfolie überzogen werden. Aldi und Lidl dagegen setzten konsequent auf die Gas-Verpackungen. Der Anteil aller Discounter ingesamt am Frischfleischmarkt betrug 2009 nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH bereits 28 Prozent, was einer Menge von 266.000 Tonnen entspricht.

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