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Illegale Importe 2008

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Illegale Fleischimporte aus China




Illegale Fleischimporte aus China

14.11.2008

Hunderte Tonnen chinesisches Kaninchenfleisch wurden zwischen 2004 und 2006 mit falschen Herkunftsangaben bei Rewe verkauft. Die illegalen Importe liefen über Bulgarien. Europäische und deutsche Behörden wussten seit Jahren Bescheid. Doch Verbraucher erfuhren nichts.

 

Wegen auffällig hoher Antibiotika-Rückstände dürfen in China gezüchtete Kaninchen seit 2004 nur eingeschränkt in die Europäische Union eingeführt werden - und zwar nur dann, wenn entsprechende tierärztliche Bescheinigungen garantieren, dass keine Gefahr für die menschliche Gesundheit vorliegt. Jahrelang gelangte jedoch möglicherweise belastetes Fleisch ohne diese Papiere nach Deutschland. In Bulgarien als argentinisches Kaninchenfleisch umetikettiert, wurde es von der Supermarktkette Rewe an ahnungslose Verbraucher verkauft. Das hat das ZDF-Magazin "Frontal 21" aufgedeckt (siehe Beitrag vom 11. November 2008, Video unten).

Behörden waren informiert, blieben aber untätig

Erschreckend ist vor allem die Tatenlosigkeit der Behörden. OLAF, die europäische Antikorruptionsbehörde, hatte bereits 2004 einschlägige Informationen über die illegalen Importe und erstattete laut Frontal 21 der EU-Kommission sowie den Mitgliedsstaaten Bericht. Doch Nachrichten über Korruption und unfähige Behörden an der Donaumündung kamen hier offenbar ungelegen. Sie hätten den EU-Beitritt des Wackelkandidaten gefährden können. Der Bericht verschwand in einer Brüsseler Schublade.

Auch in Deutschland versandete die Information, obwohl der deutsche Zoll das zuständige Ministerium in Nordrhein-Westfalen am 24. Oktober 2006 informierte und dieses nach eigener Aussage "die Bundesbehörden unterrichtete". Der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz (BVL) sagte jedoch im ZDF, seine Behörde sei "nicht direkt" informiert worden (siehe Video des Frontal 21-Beitrages unten). foodwatch hat deshalb an den Präsidenten des BVL geschrieben und Aufklärung verlangt: Welche möglicherweise "indirekten" Informationen lagen der Behörde vor? Und welche Aktivitäten seitens des BVL haben die Recherchen des ZDF ausgelöst?

foodwatch fordert: Handel muss haften

Gemäß Lebensmittelgesetz ist immer das Vorsorgeprinzip anzuwenden. Das bedeutet: Ein begründetes potenzielles Risiko reicht, um Rückrufe zu veranlassen und die Öffentlichkeit zu warnen. Doch von den illegalen Importen erfuhr die Öffentlichkeit erst durch den Frontal 21-Beitrag. Rewe nahm das Fleisch zwar aus den Regalen, wer es aber schon in seiner heimischen Kühltruhe liegen hatte, wurde nicht gewarnt. Verbraucher, die belastetes Fleisch verzehrt haben, können Rewe dafür nicht einmal zur Verantwortung ziehen. Denn in Europa gilt das Prinzip der Herstellerhaftung. Verbraucher können deshalb lediglich die Kaninchenfarm in China haftbar machen - eine absurde Regelung. foodwatch fordert, dass Kunden auch den Handel - in diesem Fall Rewe - und die Importeure in Haftung nehmen können. Damit diese aus eigenem Interesse sicherstellen, dass ihre Lieferanten korrekt handeln. Die Forderungen von foodwatch »

"Getäuschte Verbraucher" (Frontal 21, ZDF, 11.11.2008)

 


Der Text zum Beitrag bei Frontal 21 online mehr »