Kopfnavigation überspringen
Kopfnavigation und Hauptnavigation überspringen
Zurück zur Startseite foodwatch - die essensretter
Jetzt suchen!

Jetzt Förderer werden! Newsletter bestellen

Käfigeier

Warum Sie immer noch so viele Käfigeier kaufen




Warum Sie immer noch so viele Käfigeier kaufen

03.04.2012

Bei Ihnen kommen nur Eier aus Freiland- oder Biohaltung auf den Tisch? Denken Sie! Käfigeier schaffen es auf Umwegen auch in Ihren Einkaufswagen. Daran hat selbst das Verbot der klassischen Käfighaltung von Hühnern nichts geändert. Aufgrund einer Kennzeichnungslücke können Verbraucher Käfigeier oft gar nicht erkennen.

 

Viele Menschen sind schockiert, wenn sie Bilder von leidenden Hühnern in Käfigen sehen. Doch so richtig betroffen fühlen sie sich nicht, denn sie kaufen ja schließlich die "guten" Eier aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung. Auch die Politik hat inzwischen reagiert: Die herkömmlichen Legebatterien sind in Deutschland bereits seit Anfang 2010 verboten, EU-weit seit diesem Jahr.

Noch immer leben Hühner in Käfigen

Bedeutet das das Aus für die Käfighaltung? Leider nein. Noch immer werden Hühner in Käfigen gehalten, wenn auch mittlerweile in sogenannten "Kleingruppen". Der Unterschied zur konventionellen Käfighaltung ist jedoch nicht sehr groß: Statt knapp einem DIN-A-4-Blatt pro Tier haben sie nun eine Fläche von eineinhalb DIN-A-4-Blättern zur Verfügung.

Noch immer stammt der Großteil der von der Industrie verarbeiteten Eier aus Käfighaltung. Selbst Eier aus konventionellen Legebatterien können nach wie vor auf den deutschen Markt gelangen. Denn obwohl diese Käfige seit 1. Januar 2012 in der gesamten EU verboten sein sollten, haben zahlreiche Mitgliedsstaaten das Verbot bisher nicht umgesetzt. Schätzungsweise wird noch immer mehr als ein Viertel aller Hühner in der EU in solchen Batterien gehalten. Nach geltendem Recht wurden die Eier dieser Tiere illegal produziert und dürfen nicht mehr verkauft werden. Allerdings: Als Zutat für verarbeitete Lebensmittel dürfen sie weiterhin legal verwendet werden. In welchen Produkten diese Eier landen, erkennen Verbraucher nicht.

Eier mit Stempel
Kennzeichnungslücke bei verarbeiteten Eiern

Bei Nudeln, Gebäck, Eis oder bei Eiern in der Gastronomie gibt es keine Wahlfreiheit. Denn bei verarbeiteten Eiern muss nicht über die Haltungsform informiert werden.

Bei unverarbeiteten, frischen Eiern ist seit Anfang 2004 EU-weit ein Stempel auf der Schale vorgeschrieben. Der gestempelte Code klärt über den Legebetrieb auf, über die Herkunft – und über die Art der Hühnerhaltung. Dafür steht die erste Ziffer des Codes: 0 bedeutet Bio-, 1 Freiland-, 2 Boden- und 3 Käfig- beziehungsweise Kleingruppenhaltung. Schon gekochte und gefärbte Ostereier gelten jedoch als verarbeitet – für sie ist eine Kennzeichnung nicht vorgeschrieben. Das hat Konsequenzen. Weil die meisten Verbraucher Legebatterien ablehnen, ist der Anteil der billigen Käfigeier auf 3,5 Prozent gesunken (Stand 2011). Aber eben nur bei den frisch verkauften Eiern, die gekennzeichnet werden. Viele Gastronomen und Hersteller von verarbeiteten Lebensmitteln setzen nach wie vor auf die billigen Käfigeier. 2011 wurden immer noch 15 Prozent aller Hühner – immerhin mehr als fünf Millionen Tiere – in Käfigen gehalten. Und: Vergangenes Jahr lebten sogar wieder mehr Tiere in Käfigen als 2010 (mehr dazu in unserem Hintergrunddokument).

Große Mehrheit der Verbraucher fordert Transparenz

foodwatch hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) aufgefordert, sich europaweit dafür einzusetzen, die Kennzeichnungslücke bei verarbeiteten Eiern endlich zu schließen. 80 Prozent der Verbraucher unterstützen das und fordern Klarheit über die Haltungsform. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts TNS Emnid im Auftrag von foodwatch (April 2011).

Es ist niemandem zu erklären, weshalb Verbraucher nur bei frischen Eiern Wahlfreiheit haben sollen, während Industrie und Gastronomie ihnen versteckte Käfigeier ohne jeden Hinweis unterjubeln können. Bitte unterzeichnen Sie daher unsere E-Mail-Aktion und fordern Sie Ministerin Ilse Aigner auf, endlich Transparenz bei der Eier-Kennzeichnung zu schaffen!

 

E-Mail-Aktion

 

(Bilder: fotolia.com/A-G-N-I, Brilt, Mike Kiev, Falko Matte)

 

Weitere Informationen zum Thema

Für Transparenz – gegen versteckte Käfigeier! Für Transparenz – gegen versteckte Käfigeier!
Auf frischen Eiern muss gekennzeichnet werden, ob sie aus Käfig-, Boden-, Freiland- oder Bio-Haltung stammen. Bei verarbeiteten Eiern ist eine solche Kennzeichnung dagegen nicht vorgeschrieben. In Nudeln, Gebäck, Eis oder bei gefärbten Ostereiern werden den Verbrauchern ohne jeden Hinweis Käfigeier untergejubelt. Die Politik kann das verhindern: Indem sie die Kennzeichnung der Haltungsform endlich auch bei verarbeiteten Eiern vorschreibt. Unterstützen Sie diese Forderung und unterzeichnen Sie unsere E-Mail-Aktion an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner! mehr »