Kopfnavigation überspringen
Kopfnavigation und Hauptnavigation überspringen
Zurück zur Startseite foodwatch - die essensretter
Jetzt suchen!

Jetzt Förderer werden! Newsletter bestellen

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Reports "Klimaretter Bio?"


Zur vorherigen Seite Seite 8 von 11 Zur nächsten Seite


Ziel bis 2050: Reduktion um 60-80 Prozent

Das deutsche Klimaziel, bezogen auf 1990 die Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren, ist für die Landwirtschaftspolitik bei konsequenter Landnutzungspolitik (Wiedervernässung von Moorböden) und optimierten Verfahren in der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft erreichbar. Grundlegende Entscheidungen müssen dagegen gefällt werden, wenn es um die Klimaziele für 2050 geht. Die klimapolitischen Ziele für die Industrieländer sehen eine Reduktion der Treibhausgase bis zum Jahre 2050 um 60 bis 80 Prozent vor. Dies würde für Deutschland im Agrarsektor eine Reduktion zwischen 80 und 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr bedeuten.

Klimaschutzpotenziale

Die Studie zeigt, dass klimafreundlichere Produktionsverfahren deutlich mehr Fläche benötigen als die bisherige durchschnittliche Bewirtschaftungspraxis. Durch den Einsatz von Biogasanlagen lassen sich die Klimawirkungen der Tierhaltung deutlich reduzieren. Besonders hoch sind die Reduktionspotenziale bei der Rindermast, wo die Treibhausgasemissionen durch den Einsatz einer Biogasanlage um bis zu 25 Prozent sinken können.

Tabelle: Treibhausgas-Reduktionspotenzial

in der deutschen Landwirtschaft – jeweils "klimaschutzoptimales" Verfahren im Vergleich zur durchschnittlichen gegenwärtigen Praxis

Quelle: IÖW

Produkt bzw. Verfahren Reduktionspotenzial in Mio. t CO2-Äquivalente Reduktionspotenzial in Prozent der Gesamtemissionen der deutschen Landwirtschaft
Biogasanlagen 4,6 Mio. t 3,5%
Humusaufbau auf Ackerland (besondere Düngeverfahren) 5,4 Mio. t 4,1%
Milch 6,0 Mio. t 4,5%
Schweinefleisch, Rindfleisch 7,1 Mio. t 5,3%
Getreide (ohne Futtergetreide), Kartoffeln, Zuckerrüben, Raps 8,6 Mio. t 6,5%
Wiedervernässung von Moorflächen 36,9 Mio. t 27,7%
Summe 68,6 Mio. t 51,6%
Folgende Szenarien sind denkbar, um den Klimaeffekt der Landwirtschaft zu vermindern:
  • Szenario I: Durch eine klimaoptimierte, nahezu vollständige Umstellung auf ökologischen Landbau könnten die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent reduziert werden (27 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr). Hinzu kommt die Wiedervernässung von Moorböden und die Nutzung von Mist und Gülle in Biogasanlagen. Zusammen sind dies eingesparte 68,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente oder mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen. Der Mehrbedarf an landwirtschaftlichen Flächen dafür betrüge 11,5 Mio. Hektar oder 68 Prozent der in Deutschland gegenwärtig genutzten landwirtschaftlichen Fläche.
  • Szenario II: Wenn auf der gegenwärtig bewirtschafteten Fläche in Deutschland die Menge der pflanzlichen Produktion für den menschlichen Verzehr konstant gehalten werden soll – nach klimaoptimierten, d. h. im Pflanzenbau ökologischen Verfahren –, dann müsste die gesamte tierische Produktion um 69 Prozent reduziert werden.
Maßnahmen für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft können sein:
  • Wiedervernässung von entwässerten Moorflächen
  • Umstellung auf ökologischen Landbau
  • Optimierung des Düngemanagements insbesondere im konventionellen Landbau
  • Klimaschutzoptimierte Stallhaltung unter Beachtung von Tierschutzaspekten
  • Erträge und Leistungen steigern – unter gleichzeitiger Berücksichtung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzaspekten
  • Nutzung von Gülle und Mist in Biogasanlagen ausbauen
  • Rinderhaltung klimatechnisch optimieren
  • Import von besonders klimaschädlich produzierten Futtermitteln reduzieren.

Zur vorherigen Seite Seite 8 von 11 Zur nächsten Seite