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Fertiggerichte auf dem Vormarsch




Fertiggerichte auf dem Vormarsch

17.12.2008

Die Convenience-Food Sparte wächst. Zu dem "bequemen Essen" gehören eine Vielzahl industriell vorgefertigter Speisen, die oft nur noch erhitzt werden müssen.

 

Fertiggerichte bedeuten heutzutage nicht mehr nur Dosensuppen oder Fischstäbchen. Die Industrie nimmt dem Verbraucher die Zubereitungsschritte verstärkt ab und bietet gekühlte, getrocknete oder vorgekochte Gerichte in nahezu beliebigen Fertigungsgraden an - vom geputzten und zerkleinerten Salat über Backmischungen bis zum fertigen Menü kann man alles kaufen.

Auch wurde das Wort "Fertiggericht" zunehmend durch den wohlklingenderen englischen Namen "Convenience-Food" ersetzt, was auf deutsch soviel wie „bequemes Essen“ bedeutet. Neue Produktlinien in diesem Sektor tragen interessant klingende Namen wie „Chilled Food“ oder „Functional Food“.

Davon profitieren zum einem - besonders in Großstädten - Gastronomie, Caterer und Fast-Food-Ketten, aber auch bestimmte Segmente der Lebensmittelindustrie. Fertig- und Halbfertigprodukte in verschiedenen Formen (gekühlt, getrocknet, vorgekocht) weisen innerhalb der Produktpalette des Lebensmitteleinzelhandels enorme Steigerungsraten auf. In den letzten 30 Jahren stieg zum Beispiel der Pro-Kopf-Verbrauch tief gekühlter Lebensmittel (ohne Geflügel und Speiseeis) um 22,7 kg auf 34,6 kg - mit weiter steigender Tendenz. Insgesamt ist Convenience-Food der Renner.

Veränderung des Einkaufsverhaltens

Außer wirtschaftlichen haben auch soziale, kulturelle und demografische Entwicklungen zu einer Veränderung des Einkaufsverhaltens beigetragen. Mehr Ein-Personen-Haushalte und weniger Haushalte mit Kindern sowie die wachsende Belastung vieler Berufstätiger lassen die regelmäßig am eigenen Herd zubereitete Mahlzeit zu einem Auslaufmodell werden. Doch auch bei Menschen, die über genügend Zeit verfügen, hat das Interesse an der Zubereitung von Mahlzeiten aus frischen Zutaten deutlich abgenommen.

Laut einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus dem Jahr 2005 betrug der durchschnittliche Zeitaufwand für die Zubereitung von Mahlzeiten pro Haushalt (inklusive Nebenarbeiten wie Abwasch) 2001/02 nur noch 66 Minuten pro Tag. Gegenüber Vergleichsdaten von 1992 bedeutet das ein Minus von 19 Minuten. "Ernährungskompetenzen scheinen im Alltag der Bundesbürger kein wichtiges Thema mehr zu sein, denn immer weniger Menschen können kochen oder haben Kenntnisse über frische Lebensmittel und deren Verarbeitung", heißt es in dem Bericht weiter.

 

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