Kopfnavigation überspringen
Kopfnavigation und Hauptnavigation überspringen
Zurück zur Startseite foodwatch - die essensretter
Jetzt suchen!

Jetzt Förderer werden! Newsletter bestellen

Schokolade

Fettes Ei ins Nest(lé) gelegt




Fettes Ei ins Nest(lé) gelegt

10.03.2005

Das Überraschungsei von Ferrero hat es geschafft: Von Hase und Ostern emanzipiert, wird es das ganze Jahr verkauft. Andere Schokoladeneier und ihre Produzenten sind davon noch weit entfernt. Auch wenn sie die Regale stürmen, sobald der letzte Schoko-Weihnachtsmann über den Scanner gegangen ist.

 

Für die Süßwarenindustrie ist Ostern die Möglichkeit, vor der Wärme des Sommers den Umsatz noch einmal zu steigern. Spätestens Ende Januar sind sie alle da, die Präsent-, Knickebein und Nougateier, ihre Verwandten mit Weinbrand- oder Marzipanfüllung und natürlich die verschiedensten Schokoladen-“Hohlkörper“. Im Gegensatz zum Ei aus dem Huhn ist das aus Schokolade ein ausgesprochenes Genussmittel. Schokolade schützt vor Krebs, tröstet, macht glücklich und manchmal abhängig. Die Qualität ist dabei sehr unterschiedlich.

Fremdes Fett in Schokolade

Seit 2003 darf Schokolade laut einer Verordnung der Europäischen Union (EU) bis zu fünf Prozent Fremdfett enthalten. Man stößt auf Bestandteile wie Borneo-Talg, Tengkawang, Palmöl, Sal, Shea, Kokum gurgi, Mangokern und eben Butterreinfett. In einigen EU-Ländern wurde diese Panscherei erbittert - doch erfolglos - bekämpft. Denn es gibt auch für Schokolade ein Reinheitsgebot, das die Verwendung von anderen Fetten als Kakaobutter ächtet.

Über 90 Prozent der weltweit konsumierten Schokolade werden in den Industrieländern vernascht, 80 Prozent des Weltschokoladenmarktes ist in den Händen von sechs multinationalen Konzernen. Von diesen halten fünf Unternehmen in der EU (Nestlé, Philip Morris/Kraft/JacobsSuchard, Mars, Cadbury, Ferrero) einen Marktanteil von 74 Prozent. Seit Einführung des Europäischen Binnenmarktes 1992 wird von dieser Seite die Einführung der fünf Prozent Fremdfett-Regelung forciert. Diese bringt der Schokoladenindustrie gleich mehrfach Kostenvorteile: Substitute sind erheblich billiger als Kakaobutter, der Verarbeitungsprozess lässt sich beschleunigen sowie die Haltbarkeit der Schokolade erhöhen und bei sinkender Nachfrage nach Kakao und Kakaobutter werden die Weltmarktpreise fallen.

Für klassische Schokoladenliebhaber zählt nur die schwarze, bittere mit einem Kakaoanteil von mindestens 60 Prozent. Milch- oder gar weiße Schokolade verschmähen die Feinschmecker. Für diejenigen, die Bitterschokolade nicht mögen, empfiehlt sich, lieber gute Qualität statt billiger Quantität zu kaufen - besser für Zähne und Figur ist das allemal. Übrigens: Das Sojalecithin in der Schokolade kann aus genmanipulierter Soja stammen - auch in der "Extra bitter"-Qualität. Deshalb lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Und das nicht nur bei Osterschokolade.