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Uran im Wasser

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Kritische Uranbelastung in Trink- und Mineralwasser




Kritische Uranbelastung in Trink- und Mineralwasser

26.11.2009

Uran belastet Trink- und Mineralwasser – teilweise so stark, dass gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen sind. foodwatch fordert sichere gesetzliche Grenzwerte. Was die Bundesregierung als Höchstgrenze plant, ist nach dem Stand der Wissenschaft viel zu hoch angesetzt.

 

Das Problem ist seit langem bekannt, doch noch immer fließt in Deutschland Trinkwasser aus den Hähnen, das bedenklich hoch mit Uran belastet ist. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz teilweise sogar mit mehr als 10 Mikrogramm Uran pro Liter – dieser Wert sollte laut behördlichem "Leitwert" nicht überschritten werden. In acht weiteren Bundesländern liegen bei den Behörden erfragten Werte liegen über 2 Mikrogramm und sind insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder nicht sicher. Gefährlich ist das Schwermetall Uran nicht wegen seiner Radioaktivität, sondern wegen seiner chemischen Giftigkeit. Hohe Belastungen können zu einer Schädigung der Nieren führen.

 

Uran im Trinkwasser

 

foodwatch hatte im August 2008 schon einmal Werte zur Uranbelastung von Trinkwasser veröffentlicht. Damals kündigte die Bundesregierung an, zu handeln und einen Grenzwert festzulegen. Mehr als ein Jahr danach lässt der Grenzwert noch immer auf sich warten – und für Mineralwasser hält ihn die Bundesregierung nicht einmal für erforderlich, obwohl auch hier die Uranbelastung zu hoch ist.

Jedes achte Mineralwasser enthält zu viel Uran

Im Mai 2009 veröffentlichte foodwatch eine Liste mit 825 Uran-Messdaten von 435 Mineralwasser-Marken – mit Angaben von Behörden und Herstellern sowie Ergebnissen einer eigenen Laboranalyse. Das Ergebnis: Jedes achte Mineralwasser ist kritisch hoch mit Uran belastet, 104 Messdaten von 55 Marken lagen über zwei Mikrogramm pro Liter. Diese Schwelle gilt als gesetzlicher Höchstwert für Wässer, die mit dem Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ beworben werden. Der Bundesrat hatte diesen Höchstwert Ende 2006 nach einer Initiative von foodwatch aus Gründen der Gesundheitsvorsorge durchgesetzt.

 

 

Bekannte und verbreitete Wässer mit hohem Urangehalt

Eine große Mehrheit der Mineralwässer enthält bereits heute weniger als zwei Mikrogramm Uran pro Liter – fast 90 Prozent der Messwerte zum Stand der Veröffentlichung im Mai 2009 lagen darunter. Einige bekannte und weit verbreitete Marken überschritten diesen Wert aber: Neben San Pellegrino und Perrier von Nestlé auch Überkinger und Freyersbacher. Bei vier Handelsmarken (Griesbacher, Kugelsburgquelle, Waldecker und Winfried aus der Sebastianquelle) sowie zwei Heilwässern (Bad Griesbacher, Bad Mergentheimer Karlsquelle) wurden sogar mehr als zehn Mikrogramm pro Liter gemessen. Griesbacher konnte foodwatch im September 2009 anhand eines Labornachweises belegen, dass der Urangehalt seines Mineralwassers inzwischen auf weit unter zwei Mikrogramm gesenkt wurde.

Grenzwerte fehlen

Einen generellen Grenzwert für alle Mineralwässer gibt es bisher genau so wenig wie einen Grenzwert für Trinkwasser. Deutsche Behörden stufen bislang erst Belastungen von zehn Mikrogramm als kritisch ein. Dabei belegt eine aktuelle wissenschaftliche Analyse der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA: Auch eine deutlich niedrigere Uranbelastung im Wasser ist für Kinder mit Gesundheitsrisiken verbunden. Mit einem Grenzwert von zwei Mikrogramm Uran je Liter Wasser können Gesundheitsrisiken dagegen ausgeschlossen werden. foodwatch hat die Bundesregierung aufgefordert, zwei Mikrogramm Uran pro Liter als Grenzwert festzulegen. Unterstützen Sie diese Forderung über unsere Online-Mitmach-Aktion!


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