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Baden-Württemberg

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Uranbelastung von Trinkwasser in Baden-Württemberg




26.11.2009

Die baden-württembergischen Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit haben im September 2009 eine aktuelle Liste mit Uran-Messwerten veröffentlicht. Alle 683 Daten sind im Jahr 2008 erhoben worden. 59 Werte liegen zwischen 2 und 10 Mikrogramm und 15 Proben überschreiten den Wert von 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser. Damit liegen insgesamt 74 Werte im kritischen Bereich – in Flaschen abgefüllt, dürfte so hoch belastetes Wasser nicht mit dem Hinweis "geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung" verkauft werden.

Mischung mit niedriger belastetem Wasser

Uran-Werte über 10 Mikrogramm, dem offiziellen Leitwert für Uran im Trinkwasser, finden sich im Alb-Donau-Kreis, im Kreis Ravensburg, im Rems-Murr-Kreis sowie in den Kreisen Schwäbisch-Hall und Sigmaringen. In den betroffenen Gemeinden im Alb-Donau-Kreis, im Rems-Murr-Kreis, im Kreis Sigmaringen und in der Gemeinde Schmalegg im Kreis Ravensburg wird das hoch belastete Wasser allerdings mit niedriger belastetem Wasser aus anderen Brunnen gemischt, bevor es an die Bevölkerung abgegeben wird (Urangehalt nach Mischung: Ristissen im Alb-Donau-Kreis 6 Mikrogramm, Schmalegg im Kreis Ravensburg 9,1, Krauchenwies im Kreis Sigmaringen 0,6 Mikrogramm).

Nehmetsweiler, Geißelhardt, Oberrot: Mehr als 10 Mikrogramm Uran

In Nehmetsweiler im Kreis Ravensburg wird das Wasser mit einem Urangehalt von 16 Mikrogramm pro Liter ungemischt an die Verbraucher abgegeben – die 30 bis 40 betroffenen Anwohner hat das Gesundheitsamt nach eigenen Angaben aber informiert, sie haben zugestimmt. Angaben der Gemeinde Horgenzell zufolge betrifft diese Uranbelastung nur das Netz einer privat organisierten Wasserversorgung. Die öffentliche Wasserversorgung gebe in Nehmetsweiler Wasser mit einem Urangehalt von 9,1 Mikrogramm pro Liter (Messung vom 20.7.2009) ab – eine Belastung unterhalb des Leitwertes, aber immer noch einer sehr hohe.

In Geißelhardt wird das Wasser nach Auskunft des Kreisgesundheitsamtes Schwäbisch-Hall mit einem Urangehalt von 13 bzw. 17 Mikrogramm direkt an die Verbraucher abgegeben. In Oberrot erfolge die Abgabe des mit 11 bzw. 16 Mikrogramm belasteten Wassers technisch bedingt zum Teil direkt an die Verbraucher, zum Teil werde das Trinkwasser aber auch mit unbelastetem Wasser gemischt, so das Gesundheitsamt.


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Niedriger Urangehalt in Lobenrot

Für Lobenrot war im Jahr 2008 ein Uranwert von 33 Mikrogramm übermittelt worden. Eine gesonderte Nachfrage beim zuständigen Gesundheitsamt in Esslingen im Juni 2009 ergab, dass im Jahr 2008 in der Einzelwasserversorgungsanlage in Lobenrot nur noch ein Wert von 1,4 Mikrogramm Uran pro Liter gemessen wurde. Der hohe Wert wurde nur im Jahr 2004 gemessen – das Gesundheitsamt Esslingen glaubt, der heiße Sommer 2003 könnte hierfür verantwortlich sein: "Hohe Uranwerte treten vor allem bei alten, tief liegenden Grundwasservorkommen auf. Vielleicht sei durch diesen heißen Sommer mehr Wasser aus älteren Vorkommen nachgeflossen."

Seit September veröffentlicht das zuständige Ministerium die Uranwerte im Internet. Falls Sie hier keine Angaben zu Ihrem Wohnort finden, erfragen Sie bitte die Uranbelastung bei Ihrem örtlichen Wasserversorger.

Stand 2008

Im Jahr 2008 hatte foodwatch vom baden-württembergischen Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum 3.766 Einzelinformationen von Gesundheitsämtern aus 35 Landkreisen und drei kreisfreien Städten erhalten. Damit übermittelte Baden-Württemberg die mit großem Abstand umfassendste Datensammlung. Die Daten wurden zwischen dem Jahr 2000 und 2007 erhoben. Von den 3.766 Messdaten lagen knapp 3.400 im Bereich bis 2 Mikrogramm, weit mehr als 300 über 2 und bis 10 Mikrogramm und knapp 40 Messwerte über 10 Mikrogramm Uran pro Liter. Der höchste gemessene Wert in einer Höhe von 33 Mikrogramm wurde vom Gesundheitsamt Esslingen in einer Einzelwasserversorgungsanlage in Lobenrot gemessen.


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