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Hessen

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Uranbelastung von Trinkwasser in Hessen




26.11.2009

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Aus Hessen hat foodwatch mehr als 1.100 aktuelle Uran-Messwerte erhalten. 232 Werte liegen zwischen 2 und 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser und 8 Ergebnisse überschreiten den (unverbindlichen) behördlichen Leitwert von 10 Mikrogramm. Damit liegen insgesamt 22 Prozent der Werte im kritischen Bereich. In Flaschen abgefüllt, dürfte so hoch belastetes Wasser nicht mit dem Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" verkauft werden.

Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage, die das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit im Herbst 2008, also kurz nach der ersten Veröffentlichung von foodwatch über die Uranbelastung des Trinkwassers, durchgeführt hat. Aus Hessen hat foodwatch damit in diesem Jahr die umfangreichste Sammlung von Uran-Messergebnissen erhalten.

Kassel, Rheingau-Taunus-Kreis, Darmstadt-Dieburg: Über 2 Mikrogramm

Werte über 10 Mikrogramm Uran pro Liter finden sich im Rheingau-Taunus-Kreis und in den Kreisen Kassel und Darmstadt-Dieburg. In allen betroffenen Orten wird Mischwasser an die Bevölkerung abgegeben, dessen Belastung unter 10 Mikrogramm Uran pro Liter liegt. Der Wert von 2 Mikrogramm, ab dem Mineralwasser als für Säuglinge geeignet beworben werden darf, wird aber in allen Orten weiter überschritten – Trinkwasser in Braunshard beispielsweise enthält noch 3,9 Mikrogramm Uran pro Liter, in Calden 4,6, in Winkel 2,3, in Rüdesheim 4 Mikrogramm pro Liter.

Holzhausen: Werte über 10 Mikrogramm – ohne Grenzwert keine Filterung

Für das Wasserwerk Holzhausen in Herleshausen (Werra-Meißner-Kreis) hat das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit eine Uran-Belastung von 16 bzw. 22 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser übermittelt. Auf Nachfrage erklärte der Wasserversorger E.ON Mitte, man habe auf Grund des hohen Wertes eine Nachprüfung veranlasst. Dabei wurde im September 2009 ein Uran-Wert von 12 Mikrogramm Uran pro Liter gemessen. Dieses Wasser wird direkt und ungemischt an die Bevölkerung in Holzhausen abgegeben. E.ON Mitte hat aber Kontakt mit einer Firma aufgenommen, die Uran-Entfernungsanlagen anbietet, und plant den Bau einer Anlage. Installieren wolle man diese aber erst, wenn ein gesetzlicher Grenzwert festgelegt sei und dieser in Holzhausen überschritten werde, so E.ON in einer E-Mail an foodwatch: "Der vorzeitige Einbau (...) ist aus unserer Sicht wenig zielführend". Das zeigt: Wirksamer Gesundheitsschutz ist nur mit einem gesetzlichen Grenzwert möglich.


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Stand 2008

Im Jahr 2008 hatte Hessen als einziges Bundesland zunächst keinerlei Angaben zur möglichen Belastung des Trinkwassers mit Uran gemacht. Nach zahlreichen telefonischen Nachfragen antwortete das Hessische Sozialministerium: "Wie Sie sicherlich wissen, ist Uran in der Trinkwasserverordnung nicht aufgeführt. Insofern gibt es für Uran weder einen Grenzwert noch eine Untersuchungspflicht. Da ich außerdem keinerlei Sondermessprogramme veranlasst habe, werden Sie verstehen, dass mir entgegen Ihrer Annahme Messwerte zu den Urangehalten der Leitungswässer in Hessen nicht vorliegen."

Nahezu alle tagesaktuellen Medien berichteten bundesweit über die Uranbelastung von Trinkwasser, nachdem foodwatch am 4. August 2008 amtliche Messergebnisse veröffentlicht hatte. Hessen reagierte am 5. August 2008 mit einer Pressemitteilung. Plötzlich gab es anscheinend doch Messergebnisse zu Uran: Laut hessischem Gesundheitsministerium lag der Urangehalt in 13 Landkreisen und kreisfreien Städten Hessens zwischen 2 und 10 Mikrogramm pro Liter. In den 13 restlichen Gesundheitsämtern seien keine Werte über 2 Mikrogramm pro Liter gemessen worden. In welchen Landkreisen die Belastung über 2 Mikrogramm lag, ging aus der Pressemitteilung nicht hervor.


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