Verbraucherminister: Smiley oder Hygiene-Ampel?
19.05.2011
Heute treffen sich die Verbraucherschutzminister der Länder in Bremen. Auf der Konferenz soll es auch darum gehen, ob und wie die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen zukünftig veröffentlicht werden. foodwatch fordert, das verbraucherfreundliche Smiley-System aus Dänemark zu übernehmen. Doch auch eine Kennzeichnung in den Ampelfarben kann funktionieren – solange sie für alle verbindlich ist und die Kriterien nicht aufgeweicht werden.
Mit welchem Symbol sollen Gäste zukünftig beim Besuch eines Restaurants oder Lebensmittelgeschäfts darüber informiert werden, wie dieser Betrieb bei der letzten Lebensmittelkontrolle abgeschnitten hat? Diese Frage diskutieren die zuständigen Minister der Länder heute in Bremen. foodwatch fordert bereits seit 2006, die Ergebnisse der amtlichen, vom Steuerzahler finanzierten Lebensmittelkontrollen zu veröffentlichen – am besten mit dem so genannten "Smiley-System", das sich in Dänemark bewährt hat. Vier Smiley-Symbole von lachend bis traurig signalisieren dem Besucher eines Lebensmittelbetriebes hier, wie dieser bei der letzten Kontrolle abgeschnitten hat. "Kontrollbarometer" mit den AmpelfarbenNachdem der Berliner Bezirk Pankow erstmalig die Negativ-Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen in einer sogenannte "Ekelliste" im Internet veröffentlich hat, war Bewegung in das Thema gekommen: Im September 2010 sprachen sich die Verbraucherminister für mehr Transparenz bei Lebensmittelkontrollen aus. Eine Arbeitsgruppe hat nun einen Vorschlag für ein Kennzeichnungssystem entwickelt. Dabei werden die Kontrollergebnisse nicht mit einem Smiley-Symbol, sondern mit einem Farbbalken dargestellt. Transparenz kann auch mit einem solchen System geschaffen werden. Dafür müssen jedoch folgende fünf Punkte erfüllt sein: - Alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen müssen veröffentlicht werden, gute wie schlechte.
- Das System muss verpflichtend sein – die Entscheidung über eine Veröffentlichung der Kontrollergebnisse darf nicht von den betroffenen Betrieben gefällt werden.
- Das System muss alle Lebens- und Futtermittelbetriebe umfassen. Bei solchen mit Kundenverkehr (Handel, Gastronomie) müssen die Kontrollberichte gut sichtbar direkt vor Ort ausgehängt werden; bei allen anderen (Lebensmittelhersteller, Futtermittelbetriebe) erfolgt die Veröffentlichung auf den Internetseiten der Betriebe. Zusätzlich werden alle Kontrollergebnisse auf einer bundesweiten Internetplattform veröffentlicht.
- Die Prüfergebnisse müssen unverzüglich nach der Kontrolle publik gemacht werden, ohne Fristen für eine Stellungnahme der Betriebe.
- Die Darstellung der Kontrollergebnisse muss klar, verständlich und transparent erfolgen. Bewährt hat sich dafür das vierstufige Smiley-System aus Dänemark. Alternativ ist ein Farbbalken im Sinne einer Hygiene-Ampel denkbar, bei der die vier Beanstandungs-Stufen, mit denen die Lebensmittelkontrolleure bereits heute arbeiten, in Form von Farben dargestellt werden. Eine Abschwächung des roten, "negativen" Farbbereichs hin zu einem orangefarbenen, wie es derzeit diskutiert wird, lehnt foodwatch ab, ebenso eine Ausweitung des grünen, "positiven" Farbbereichs auf zwei der vier Stufen. Stattdessen schlägt foodwatch folgende Grafik vor:
Deutschland muss ein Land des Lächelns werden!
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