Die Geheimniskrämerei der Behörden
19.10.2009
Lebensmittelbetriebe werden regelmäßig kontrolliert. Doch wo Gammelfleisch verkauft, Käse-Imitat als echter Käse deklariert oder Hygienevorschriften missachtet werden, erfahren Verbraucher nicht.
In Deutschland ist die Lebensmittelüberwachung Aufgabe der Bundesländer und Kommunen. Kontrolliert werden Betriebe, die Lebensmittel, Bedarfsgegenstände oder kosmetische Mittel herstellen, verarbeiten oder verkaufen. Die Kontrolleure entnehmen Proben, die sie zur Analyse in Labore geben. Die Häufigkeit der Kontrollen und der Probennahmen hängt davon ab, welche möglichen Risiken von den in bestimmten Branchen verarbeiteten Lebensmitteln ausgehen können. Namen der Betriebe werden nicht genanntDie Proben werden auf verschiedene Inhaltsstoffe, Keime und die Einhaltung gesetzlich festgelegter Höchstmengen untersucht. Überwacht wird auch, ob die Lebensmittel gemäß der Angaben des Anbieters zusammengesetzt sind und die Kennzeichnung korrekt ist. Die Informationen und Daten aus der Lebensmittelüberwachung übermitteln die Bundesländer an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das BVL veröffentlicht diese Daten jährlich in einem Jahresbericht (zuletzt für 2008 vorgelegt) – ohne dabei die Namen der beanstandeten Betriebe oder Hersteller zu nennen. Fast jeder vierte Betrieb wird beanstandet
Dabei könnte gerade die Bekanntgabe von Ross und Reiter helfen, die Situation für Verbraucher zu verbessern. Denn die Mängel-Quote ist beträchtlich: 2008 wurden 13,5 Prozent aller genommenen Proben beanstandet, bei Fleischprodukten sogar fast jede fünfte Probe – vor allem wegen Verstößen gegen die Hygienevorschriften. Einige Zahlen zur Lebensmittelüberwachung in Deutschland 2008 aus dem jüngsten Bericht des BVL (in Klammern die Zahlen von 2007): - 1.213.689 (2007: 1.187.335) Lebensmittelbetriebe gibt es bundesweit
- 934.580 (1.005.110) Kontrollbesuche in 541.711 (562.047) Betrieben wurden durchgeführt
- In 126.643 (128.643) Betrieben wurden Verstöße festgestellt
- Die Beanstandungsquote lag damit bei 23,4 Prozent (22,9 Prozent) der kontrollierten Betriebe
- 407.691 (402.463) Proben wurden im Labor untersucht
- 55.378 (59.188) davon wurden beanstandet
- Das entspricht einer Beanstandungsquote von 13,5 Prozent (14,7 Prozent) der untersuchten Proben
- Bei Fleischprodukten lag die Beanstandungsquote sogar bei 19,2 Prozent (21,3 Prozent)
Deutschland muss ein Land des Lächelns werden!
Fordern Sie Politiker und Verbände auf, die Ergebnisse aller Lebensmittelkontrollen zu veröffentlichen – und zwar mit leicht verständlichen Smiley-Symbolen direkt vor Ort im Restaurant oder Geschäft. Schluss mit der Geheimniskrämerei! jetzt mitmachen
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