![]() |
![]() |
|
|
|
|
Rechte beim Essen![]() 24.01.2006 Seit Jahrzehnten rührten und rühren Politik, Land- und Ernährungswirtschaft in trefflichem Einverständnis jenen sinnestäuschenden Brei an, den es heute in nahezu beliebigen Variationen zu kaufen gibt. Lobbyisten und Gesetzgeber haben über Jahre hinweg standardisierter Massenware den Weg förmlich planiert. Allen Lippenbekenntnissen, Sonn- und Feiertagsreden oder Parteiprogrammen zum Trotz. Wer sich damit nicht abfinden will, muss Regeln und Gesetze einfordern, die den Wettbewerb um echte Qualität fördern und entsprechend engagierte Hersteller belohnen. Regeln, die den Lebensmittelhandel zu klarer und allgemeinverständlicher Kennzeichnung zwingen. Damit man billige Kunstfarbe von echter Fruchtfarbe unterscheiden kann. Damit man weiß, welche Pestizide in welchen Mengen in welcher Winterpaprika oder Früherdbeere stecken. Damit wir auf der Verpackung sehen, unter welchen Bedingungen Fleisch, Milch oder Eier in Wahrheit erzeugt wurden. Damit wir unterscheiden können, wann ein billiges oder teures Angebot wirklich preiswert ist. Verbraucherschutz seit 1997 EU-GemeinschaftszielAuf europäischer Ebene ist der Verbraucherschutz schon seit 1997 im Vertrag von Amsterdam als Gemeinschaftsziel verankert. Doch Agrar- und Ernährungspolitik unterliegen einer Vielzahl von Zwängen. Sei es durch die Europäische Union (EU), die Bundesländer, internationale Vereinbarungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) oder durch die außerordentlich breit organisierten Lobbyisten des Bauern- und Raiffeisenverbandes sowie der Chemie- und Lebensmittelindustrie. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung die ihr verbleibenden Spielräume intelligent nutzt. Die Qualität unseres Essens ist längst zu einer politischen Angelegenheit geworden. Allen anders lautenden Beteuerungen zum Trotz steht nicht zu erwarten, dass sich ohne massive Einflussnahme der Bürger Grundsätzliches an der gut geschmierten Illusionsmaschine ändern wird. Selbst die europäische BSE-Krise hat daran kaum etwas zu ändern vermocht. Doch Verbrauchertäuschung und Qualitätslügen beim Essen können sich weder unsere Gesellschaft noch die Ernährungswirtschaft dauerhaft leisten. Deshalb sind umfassende Informationsrechte über das Essen für mündige Verbraucher unverzichtbar. Deshalb bedarf es abschreckender Strafen und wirkungsvoller staatlicher Kontrollen für die gesamte Ernährungsbranche. Damit der Wettbewerb um mehr Lebensmittelqualität beflügelt wird. Durch öffentlichen Druck werden dies auch Politiker und Ernährungswirtschaft früher oder später erkennen.
|
| brunnenstraße 181 | 10119 berlin | germany | info-hotline +49 (0)30 / 28 09 39 95 | info@foodwatch.de |