Auch Ökos lügen - die Hofpfisterei, Deutschlands grösste Biobäckerei, darf nicht mehr mit falschen Aussagen über Zusatzstoffe werben
19.06.2008
Hallo und guten Tag,
"Einblick schafft Vertrauen" – so wirbt die Hofpfisterei, mit fast 60 Millionen Euro Jahresumsatz und 900 Mitarbeitern Deutschlands größte Ökobäckerei, für sich. Das so genannte "Pfisterbrot" etwa hat weit über Süddeutschland hinaus einen legendären Ruf. foodwatch hat herausgefunden, dass ein näherer "Einblick" jedoch keineswegs Vertrauen schafft. Das Gegenteil ist der Fall.
Aroma in der Laugenbrezel, Zitronensäure im Krapfen und ein aus Algen gewonnenes Verdickungsmittel in der Rosinenschnecke – das ist eine Auswahl der Zusatzstoffe, die die Hofpfisterei einsetzt. Zum Teil auch solche, die die Verbraucherzentralen als "bedenklich" einstufen und von deren häufigem Verzehr sie abraten. Zwar sind solche Zusatzstoffe auch in der ökologischen Nahrungsmittelproduktion erlaubt. Doch die Hofpfisterei hat seit mehreren Jahren sowohl auf Verpackungstüten als auch in Prospekten und im Internet mit dem Slogan "bewusster Verzicht auf Zusätze" geworben – ein klarer Fall von Verbrauchertäuschung. Erst auf Druck von foodwatch hat die Hofpfisterei jetzt eine Unterlassungserklärung unterschrieben und sich verpflichtet, diese Werbung in Zukunft nicht mehr zu verwenden.
Bio-Produzenten genießen einen großen Vertrauensvorsprung der Verbraucher gegenüber konventionellen Herstellern. Dieses Vertrauen hat die Hofpfisterei mit der Behauptung, man verzichte bewusst auf Zusätze, stark erschüttert. Denn diese setzt sie in beträchtlichen Mengen ein. Ein Beispiel: In der Mohnschnecke der Bäckerei finden sich fünf kennzeichnungspflichtige Zusatzstoffe und zwei Aromen.
Statt "bewusster Verzicht auf Zusätze" hätte es bei der Hofpfisterei "bewusster Verzicht auf die Wahrheit" heißen müssen.
Auf ihrer Internetseite hat die Hofpfisterei den Slogan bereits durch eine detaillierte Auflistung der Zusätze ersetzt. Noch knapp vier Wochen, bis zum 15. Juli 2008, bleiben der Ökobäckerei, um die irreführende Werbung komplett einzustellen. Ansonsten droht der Hofpfisterei eine Geldstrafe, deren Höhe durch ein Gericht festgelegt wird.
MEDIENTIPP
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