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DEZEMBER 2009: Zu Weihnachten gibt es wieder Gänsebraten allerorten – ist das eigentlich ungesund, tierische Fette sollen doch nicht so gut sein?Frage des Monats Dezember 2009:Zu Weihnachten gibt es wieder Gänsebraten allerorten – ist das eigentlich ungesund, tierische Fette sollen doch nicht so gut sein? Antwort der foodwatch-Ernährungsberaterin Katrin Glang:Tierische Fette haben einen schlechten Ruf: Viele nehmen an, sie seien gesättigt und generell ungesund, pflanzliche Fette hingegen ungesättigt und gesund. Das ist so aber nicht richtig. Einerseits enthalten gerade die Fette der Ölpalme und der Kokosnuss beispielsweise hohe Anteile von gesättigten Fettsäuren. Andererseits werden gesättigte Fettsäuren in jüngster Vergangenheit zunehmend positiver gesehen. Tierische Fette bestehen wie jedes fetthaltige Lebensmittel aus einem Mix aus gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Bevor tierische Produkte verteufelt werden, lohnt sich deshalb ein Blick auf das individuelle Fettsäurenprofil.
Beispiel Butter: Wer selbst Weihnachtsplätzchen backt, kann ohne Bedenken die gute alte Butter verwenden. Denn diese besteht immerhin zu einem Viertel aus den gesunden, einfach ungesättigten Fettsäuren. Ein hoher Anteil an diesen Fettsäuren (ca. 75 Prozent) beschert beispielsweise dem Olivenöl seinen guten Ruf.
Beispiel Weihnachtsbraten: Vermeintlich ungesunde Braten, ob aus Gans, Huhn oder auch Rind und Schwein, enthalten ebenfalls einen hohen Anteil an den einfach ungesättigten Fetten, die den Cholesterinspiegel senken – bei Gänseschmalz machen sie mit 58 Prozent sogar den Löwenanteil der Fettsäuren aus.
Übrigens: Die Annahme "Fett macht fett" ist zwar insofern richtig, als Fette sehr viele Kalorien liefern. Eine dauerhafte, sehr fettreiche Ernährung, ist aber vor allem dann problematisch, wenn sie mit einer hohen Aufnahme von Kohlenhydraten einhergeht. Wenn wir kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Nudeln oder Weißbrot essen, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Insulin sorgt dafür, dass die Körperzellen den aus Kohlenhydraten erzeugten Zucker sowie die zugeführten Fette aufnehmen und verbrennen können, drosselt aber auch die Fettverbrennung. Das überschüssige Fett aus der Nahrung wird vom Körper umgehend eingelagert, ebenso wie der gerade nicht benötigte Zucker, den der Körper dann in Fett umwandelt. Die gleichzeitige Aufnahme von vielen Kohlenhydraten und viel Fett begünstigt deshalb die Gewichtszunahme. Also: besser mehr Rotkohl zur Gans als mehr Knödel. Guten Appetit!Von solchen Überlegungen sollte sich aber niemand den Appetit verderben lassen, denn entscheidend ist die Gesamtbilanz: Wer über das Jahr vernünftig isst, braucht bei sich bei einigen gehaltvolleren Mahlzeiten zur Weihnachtszeit wirklich keine Sorgen zu machen. In diesem Sinne – lassen Sie sich den Weihnachtsbraten schmecken!
BuchtippInteressante Lektüre zum Thema: "Fett!" von Ulrike Gonder. Sie empfiehlt, beim Essen das Lustprinzip nicht außer Acht zu lassen und Fett als natürlichen Teil der Ernährung zu akzeptieren.
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