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Wie foodwatch sich finanziert![]() 13.07.2011
foodwatch will sicherstellen, dass keine anderen Interessen als die der Verbraucher die Arbeit beeinflussen. Deshalb lehnt foodwatch staatliche Gelder grundsätzlich ab. Auch Spenden aus der Lebensmittelindustrie und von größeren Unternehmen des Lebensmittelhandels lehnt foodwatch grundsätzlich ab. Alle Spenden ab einem Betrag von 500 Euro im Jahr, ob von Unternehmen oder Einzelpersonen, werden überprüft, ob ein Zusammenhang zu den genannten Bereichen besteht. Alle Großspender werden auf der foodwatch-Internetseite namentlich genannt. Einnahmen 2010
Dank der Unterstützung von fast 18.000 Förderern konnte foodwatch 2010 – im neunten Jahr des Bestehens – ein Budget von 1.562.258 Euro für die Arbeit einsetzen. 79 Prozent der Einnahmen, also 1.237.650 Euro, waren Förderbeiträge und Kleinspenden. Zuwendungen, die mehr als 5.000 Euro betrugen, bekam foodwatch 2010 von (in alphabetischer Reihenfolge) den Herren Gerhard Bremicker und Alexander Szlovak sowie von der Gregor Louisoder Umweltstiftung und vom Hoffmann und Campe Verlag. 2010 betrugen die Einnahmen aus Großspenden, Stiftungen und Erbschaften insgesamt 282.407 Euro (18 Prozent der Gesamteinnahmen). Die unter sonstigen Einnahmen zusammengefassten restlichen drei Prozent beinhalten vor allem Reisekostenerstattungen für Vorträge und Medienauftritte und Kostenerstattungen von foodwatch Holland an foodwatch Deutschland. Auch Honorare aus Vorträgen und Zinserträge fließen hier ein.
Ausgaben 2010
KampagnenKern der foodwatch-Arbeit sind die Kampagnen für das Recht der Verbraucher auf qualitativ gute, sichere und ehrliche Lebensmittel. Die Kampagnen-Verantwortlichen identifizieren Probleme, analysieren die Ausgangssituation, geben wissenschaftliche Studien sowie Labor-Tests in Auftrag und bestimmen Ziele und Strategien der foodwatch-Aktivitäten. Zu den Elementen einer Kampagne gehören auch die Information und die Mobilisierung der Verbraucher. Bis zur Abstimmung im Europaparlament Mitte des Jahres stand 2010 die Kampagne für die Einführung einer Ampel-Nährwertkennzeichnung im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck intensivierte foodwatch unter anderem die Lobbyarbeit auf europäischer Ebene und schmiedete Allianzen mit Organisationen des Gesundheitssektors wie zum Beispiel den Krankenkassen. Anhand konkreter Produkte dokumentierte foodwatch regelmäßig, wie wichtig eine verständliche Nährwertkennzeichnung ist. Auf der foodwatch-Internetseite www.abgespeist.de enttarnte foodwatch auch im Jahr 2010 Etikettenschwindel in Serie und aktivierte tausende Verbraucher, sich direkt bei den Herstellern zu beschweren. Zur größten Werbelüge des Jahres wählten Verbraucher den Monte Drink von Zott, ein Kinderprodukt. foodwatch „ehrte“ Hersteller Zott daher mit der Verleihung des „Goldenen Windbeutels“. Des Weiteren veröffentlichte foodwatch Analysen für sauerstoffbehandeltes Fleisch, setzte sich für die Veröffentlichung der Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen mit dem in Dänemark bewährten Smiley ein und entfachte eine breite Debatte um „legale Verbrauchertäuschung“ in Deutschland. Die Ausgaben im Bereich Kampagnen betrugen 726.634 Euro, das entspricht 53 Prozent der Jahresausgaben. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit"Ein kleiner effizienter Stab knallharter PR-Profis", urteilte der Spiegel über foodwatch. Die Zeit schrieb: "Organisationen wie foodwatch (…) überzeugen mit ihren seriösen Informationen und decken immer wieder Skandale auf." foodwatch hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen der Verbraucher in der Öffentlichkeit zu vertreten. Das geht nicht ohne professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Druck der Öffentlichkeit und der Medien ist unverzichtbar, damit Politiker im Sinne der Verbraucher aktiv werden. Eine aktive Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Internetseiten, die regelmäßig aktualisiert werden, sowie Online-Aktionen sind deshalb ein wichtiger Teil der Arbeit. Im Jahr 2010 gab foodwatch 202.537 Euro, das sind 15 Prozent der Gesamtausgaben, für diesen Posten aus. Fördererbetreuung und ServiceAus vielen Informationen resultieren auch viele Fragen. Für Nachfragen und Anregungen von Interessenten und Mitgliedern bietet foodwatch eine Informations- und eine Mitglieder-Hotline sowie eine Ernährungsberatung an. Jederzeit können Mitglieder auch telefonisch oder per Mail ihre bei foodwatch hinterlegten Daten aktualisieren lassen. Im Jahr 2010 war foodwatch dieser Service 137.051 Euro wert, also zehn Prozent der Gesamtausgaben. Förderer- und SpendenwerbungMitgliederorganisationen müssen Marketing, das heißt vor allem Mitgliederwerbung, betreiben. Insbesondere wenn sie – wie foodwatch – unabhängig bleiben wollen und keine staatlichen Fördergelder annehmen. Denn Tatsache ist: Fördermitglieder kommen nicht von allein. Untersuchungen belegen, dass nur rund zehn Prozent der Förderer von Mitgliederorganisationen spontan Mitglied werden. Die anderen 90 Prozent müssen gefragt beziehungsweise geworben werden. foodwatch setzt beim Marketing vor allem das Telefon sowie Schreiben per Post oder Internet ein. Auf diesen Wegen informiert foodwatch potenziell interessierte Bürger und bemüht sich, sie als Fördermitglieder zu gewinnen. Im Jahr 2010 investierte foodwatch 168.329 Euro (12 Prozent) in die Förderer- und Spendenwerbung. Diese Ausgaben sind eine Investition in die Zukunft: Fördermitglieder sichern mit ihren Beiträgen die finanzielle Basis der weiteren Arbeit. Und sie verleihen der Stimme von foodwatch in der Öffentlichkeit Gewicht. VerwaltungAuch bei foodwatch läuft nichts ohne ein gut ausgestattetes Büro und eine fundierte Organisation. Verwaltung, Buchhaltung und Assistenz bilden die stabile Basis für die Arbeit und kosteten 139.391 Euro, das sind zehn Prozent der Ausgaben. foodwatch lässt den Jahresabschluss jedes Jahr (freiwillig) von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer testieren. Der steuerliche Jahresabschluss 2010 ist durch die Wirtschaftprüfungsgesellschaft Quabeck & Partner geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Interessenten sendet foodwatch auf Anfrage gerne eine Kopie des Jahresabschlusses zu. Vergleich Einnahmen 2010/2009
Vergleich Ausgaben 2010/2009
Die prozentuale Aufteilung der Mittelverwendung im Jahr 2010 weicht zum Teil erheblich von der im Vergleichsjahr 2009 ab. Zum Beispiel betrug der Anteil der Verwaltung 2009 an den verwendeten Mitteln 15 Prozent, im Jahr 2010 sind 10 Prozent ausgewiesen. Diese Abweichung ist das Ergebnis einer veränderten Kostenaufteilung. foodwatch hat im Jahr 2010 erstmals die Kostenträgerrechnung angewendet. Diese ist für die Anforderungen eines modernen Kostenrechnungssystems besonders geeignet. Mit Einführung der Kostenträgerrechnung werden einzelne Tätigkeiten künftig den Bereichen zugeordnet, in denen sie anfallen. Diese präzisere und sachgerechtere Zuordnung erhöht die Transparenz. Beispiele:
Die Zurechnungsschlüssel wurden zusammen mit dem Wirtschaftsprüfer entwickelt und sind auch im Wirtschaftsprüfungsbericht festgehalten. Die Schlüssel werden jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Nach der Umstellung im Berichtsjahr 2010 sollte eine Vergleichbarkeit der Zahlen für die folgenden Jahre wieder hergestellt sein.
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