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06.07.2010
foodwatch will sicherstellen, dass keine anderen Interessen als die der Verbraucher die Arbeit beeinflussen. Deshalb lehnt foodwatch staatliche Gelder grundsätzlich ab. Auch Spenden der Wirtschaft nimmt foodwatch nicht an, wenn dadurch Interessenkonflikte entstehen oder Einfluss auf die inhaltliche Arbeit genommen werden soll. Großspender werden auf der foodwatch-Internetseite namentlich genannt.
Dank der Unterstützung von fast 16.000 Förderern konnte foodwatch 2009 – im achten Jahr des Bestehens – ein Budget von 1.363.548 Euro für die Arbeit einsetzen. 78 Prozent der Einnahmen, also 1.063.383 Euro, waren Förderbeiträge und Kleinspenden. Zuwendungen von mehr als 5.000 Euro bekam foodwatch 2009 von (in alphabetischer Reihenfolge) der BTV Beteiligungstreuhand GmbH, von den Herren Martin Brost, Bernd Louisoder, Clemens Haindl, Christian Steinberg und Alexander Szlovak sowie von der Mahle-Stiftung, der Clemens Louisoder Umweltstiftung und der WBS Training.
2009 betrugen die Einnahmen aus Großspenden und Stiftungen insgesamt 238.739 Euro (18 Prozent der Gesamteinnahmen). Die unter sonstigen Einnahmen zusammengefassten restlichen fünf Prozent setzen sich beispielsweise aus Zinserträgen, Reisekostenerstattungen für Vorträge und Medienauftritte, Honorare aus Vorträgen sowie dem Teilverzicht eines Darlehens der GLS-Gemeinschaftsbank zusammen.
Kern der foodwatch-Arbeit sind die Kampagnen für eine Stärkung der Verbraucherrechte. Die Kampagnen-Verantwortlichen spüren Probleme auf und recherchieren ihr Ausmaß, geben wissenschaftliche Studien sowie Labor-Tests in Auftrag, analysieren die Ausgangssituation und legen Ziele und Strategien fest. Zu den Elementen einer Kampagne gehören auch die Information und die Mobilisierung der Verbraucher.
2009 stand die Kampagne für die Einführung einer Ampel-Nährwertkennzeichnung im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck intensivierte foodwatch die Lobbyarbeit auf europäischer Ebene. Durch wiederkehrende Veröffentlichungen sorgte foodwatch dafür, dass es eine öffentliche Debatte über die Frage der Nährwertkennzeichnung gab.
Auf der foodwatch-Internetseite www.abgespeist.de enttarnte foodwatch Etikettenschwindel in Serie. Zur größten Werbelüge des Jahres wählten Verbraucher den Trinkjoghurt Actimel von Danone. foodwatch „ehrte“ daher den Hersteller mit der Verleihung des „Goldenen Windbeutels“. Des Weiteren veröffentlichte foodwatch neue Werte zur Uranbelastung von Wasser, setzte sich für ein besseres Verbraucherinformationsgesetz ein und mischte unter anderem bei der Debatte über Imitat-Lebensmittel wie Analog-Käse kräftig mit. Die Ausgaben im Bereich Kampagnen betrugen 484.814 Euro, das entspricht 39 Prozent der Jahresausgaben.
"Ein kleiner effizienter Stab knallharter PR-Profis", urteilte der Spiegel über foodwatch. Die Zeit schrieb: "Organisationen wie foodwatch (…) überzeugen mit ihren seriösen Informationen und decken immer wieder Skandale auf." foodwatch hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen der Verbraucher in der Öffentlichkeit zu vertreten. Das geht nicht ohne professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Druck der Öffentlichkeit und der Medien ist unverzichtbar, damit Politiker im Sinne der Verbraucher aktiv werden. Eine aktive Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Internetseiten, die regelmäßig aktualisiert werden, sowie Online-Aktionen sind deshalb ein wichtiger Teil der Arbeit. Im Jahr 2009 gab foodwatch 235.702 Euro, das sind 19 Prozent der Gesamtausgaben, für diesen Posten aus.
Aus vielen Informationen resultieren auch viele Fragen. Für Nachfragen und Anregungen von Interessenten und Mitgliedern bietet foodwatch eine Informations- und eine Mitglieder-Hotline sowie eine Ernährungsberatung an. Im Jahr 2009 war foodwatch dieser Service 92.528 Euro wert, also 7 Prozent der Gesamtausgaben.
Mitgliederorganisationen müssen Marketing, das heißt vor allem Mitgliederwerbung, betreiben. Insbesondere wenn sie – wie foodwatch – unabhängig bleiben wollen und keine staatlichen Fördergelder annehmen. Denn Tatsache ist: Fördermitglieder kommen nicht von allein. Untersuchungen belegen, dass nur rund zehn Prozent der Förderer von Mitgliederorganisationen spontan Mitglied werden. Die anderen 90 Prozent müssen gefragt beziehungsweise geworben werden. foodwatch setzt beim Marketing vor allem das Telefon sowie Schreiben per Post oder Internet ein. Auf diesen Wegen informiert foodwatch potenziell interessierte Bürger und bemüht sich, sie als Fördermitglieder zu gewinnen. Im Jahr 2009 gab foodwatch 248.664 Euro (20 Prozent) für die Förderer- und Spendenwerbung aus. Diese Ausgaben sind eine Investition in die Zukunft: Fördermitglieder sichern mit ihren Beiträgen die finanzielle Basis der weiteren Arbeit. Und sie verleihen der Stimme von foodwatch in der Öffentlichkeit Gewicht.
Auch bei foodwatch läuft nichts ohne ein gut ausgestattetes Büro und eine fundierte Organisation. Verwaltung, Buchhaltung und Assistenz sowie die Büroräume bilden die stabile Basis für die Arbeit und kosteten 184.045 Euro, das sind 15 Prozent der Ausgaben.
foodwatch lässt den Jahresabschluss jedes Jahr (freiwillig) von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer testieren. Der steuerliche Jahresabschluss 2009 ist durch die Wirtschaftprüfungsgesellschaft Quabeck & Partner geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.
Interessenten sendet foodwatch auf Anfrage gerne eine Kopie des Jahresabschlusses zu.
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