Die Erfolge von foodwatch im Jahr 2008
14.01.2009
Von Acrylamid über die Ampelkennzeichnung bis zu abgespeist.de – der foodwatch-Jahresrückblick 2008 zeigt, was in den vergangenen zwölf Monaten passiert ist. Finden Sie heraus, welche Themen die Verbraucher 2008 bewegten und welche Erfolge foodwatch feiern konnte.
Mehr als 21.000 Unterschriften für die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln, die Kehrtwende von Ex-Verbraucherminister Horst Seehofer und sein klares "Ja" zur Ampel, die Einführung der "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung oder Recherchen im Fall Tiermehl-Schmuggel, die bis nach Südostasien führten - klicken Sie sich durch die Bilderstrecke. Nähere Informationen zu den einzelnen Themen finden Sie in der Rubrik Kampagnen & Themen.
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abgespeist
abgespeist, die foodwatch-Kampagene gegen Werbelügen und Etikettenschwindel, hat 2008 mit ihren Recherchen und Enthüllungen für viel Wirbel in der Lebensmittelindustrie gesorgt.
Welternährungskrise
Die weltweite Hungerkrise erreichte im Frühjahr 2008 ihren vorläufigen Höhepunkt. foodwatch bezog in zahlreichen Interviews Stellung und kritisierte die Politik der EU, denn künstlich verbilligte Lebensmittel aus Europa zerstören bäuerliche Existenzen in der Dritten Welt.
Tiermehl-Schmuggel
Tiermehl im Futter war der Auslöser von BSE. foodwatch deckte auf, dass Tiermehl aus Deutschland als "Mineraldünger" nach Asien exportiert wurde, um dort an Nutztiere verfüttert zu werden. Und so wieder in die menschliche Nahrungskette gelangen kann.
"Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung
Seit Mai 2008 können Hersteller ihre Produkte leichter mit dem Zusatz "Ohne Gentechnik" bewerben. foodwatch hatte eine Koalition aus Verbänden und Unternehmen geschmiedet, für die neue Kennzeichnung geworben und einen eigenen Entwurf vorgelegt.
Etikettenschwindel bei der Hofpfisterei
Die Hofpfisterei, Deutschlands größte Ökobäckerei, warb mit dem "bewussten Verzicht auf Zusätze". Viele Produkte enthalten aber Zusatzstoffe. Erst auf Druck von foodwatch verpflichtete sich der Betrieb, diese Werbung zu unterlassen.
Uran im Trinkwasser
foodwatch-Recherchen brachten es ans Tageslicht: Trinkwasser ist in manchen Gegenden Deutschlands bedenklich hoch mit dem giftigen Schwermetall Uran belastet. Kurz darauf übernehmen die Behörden die foodwatch-Forderung nach einem Grenzwert für Uran im Trinkwasser.
Klimastudie
Der foodwatch-Report "Klimaretter Bio?“ über die Klimawirkungen von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft stieß auf großes Interesse in der Öffentlichkeit. Und schob damit eine notwendige Debatte über Landwirtschaft und Klimaschutz erfolgreich an.
Ampelkennzeichnung
Mehr als 21.000 Unterschriften für die Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln – ein Riesenerfolg für foodwatch. Im September knickte auch Ex-Verbraucherminister Horst Seehofer ein und sprach sich „ohne wenn und aber“ für die Ampel aus. Jetzt sind Taten gefragt.
Acrylamid
foodwatch testet seit Jahren Kartoffelchips und Weihnachtsgebäck auf das krebsgefährliche Acrylamid. Die erfreuliche Nachricht 2008: Viele Hersteller haben die Belastung der getesteten Produkte gesenkt. Denn foodwatch nennt Produkt- und Herstellernamen, und das zeigt Wirkung.
Praxistest Verbraucherinformationsgesetz
Als "Meilenstein für den Verbraucherschutz“ wurde das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) angepriesen, als es Mitte 2008 in Kraft trat. foodwatch unterzog es einem ausführlichen Praxistest und stellte fest: Das Gesetz ist wirkungslos und damit reine Symbolpolitik.
Fünf Zeitungsartikel pro TagOhne die Unterstützung der Medien gibt es keine Kampagnenerfolge. Deshalb ist die Medienresonanz ein wichtiger Indikator für erfolgreiche Kampagnenarbeit. Allein in Zeitungen und Zeitschriften sind im vergangenen Jahr knapp 2.000 Berichte mit foodwatch-Nennung erschienen, also im Schnitt mehr als fünf Artikel pro Tag. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um mehr als 70 Prozent! Außergewöhnlich groß war das Interesse der Medien am Thema "Uran im Trinkwasser". foodwatch hatte im August 2008 aufgedeckt, dass Trinkwasser in manchen Gegenden Deutschlands bedenklich hoch mit dem giftigen Schwermetall Uran belastet ist. Mehr als 800 Beiträge in Zeitungen, Fernsehen und Radio folgten. foodwatch im InternetNoch deutlicher fällt die Zunahme der Besucherzahlen auf unserer Internetseite aus. Insgesamt rund 656.000 Mal haben sich Internet-Benutzer im vergangenen Jahr auf www.foodwatch.de informiert, an Mitmach-Aktionen beteiligt oder Testergebnisse abgerufen. Zum Vergleich: 2007 waren es noch rund 350.000 Besuche. Das ist eine Steigerung um fast 90 Prozent. Zusätzlich zählte die Internetseite www.abgespeist.de, auf der foodwatch Etikettenschwindel und Werbelügen der Lebensmittelindustrie aufdeckt, insgesamt 265.000 Besuche. Jetzt Mitglied werdenErfolgreiche Kampagnenarbeit ist nicht umsonst zu haben. foodwatch finanziert sich durch die Beiträge und Spenden vieler tausend Fördermitglieder. Fast 14.000 Menschen stehen mittlerweile hinter foodwatch und erhöhen das politische Gewicht der Organisation. Das sind knapp 2.000 Unterstützer mehr als noch vor einem Jahr - ein erfreulicher Zuwachs. Die foodwatch Bilanz zeigt deutlich: Wir Bürger können etwas bewegen. Wir müssen es nur wollen und tun. Allen unseren Unterstützern danken wir sehr herzlich dafür, dass Sie dies möglich gemacht haben. Aber es gilt auch: Je mehr wir sind, desto stärker sind wir. Werden auch Sie deshalb jetzt Fördermitglied von foodwatch! Nutzen Sie unser Online-Anmeldeformular.
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